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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 4 – Ibn Taymiyya

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Die Neigung zur Über-Organisation durch eine falsche Verehrung der Vergangenheit, wie sie sich bei den islamischen Rechtsgelehrten im 13. Jahrhundert und später zeigt, war konträr zum inneren Impuls des Islam, und sie rief folgerichtig die machtvolle Reaktion Ibn Tamiyyahs hervor, einem der unermüdlichsten Autoren und Prediger des Islam [...]

(Iqbal 2006, 179f.)

Leben und Werk

Ibn Taymiyya (1263-1328) gilt als ein Gelehrter des Islams, dessen Einfluss bis in unsere Tage reicht. Oftmals wird er als „streng und kompromisslos“ charakterisiert, als einer, der sich besonders gegen die damaligen Praktiken und Anschauungen der Sufis gewendet hat (Sedgwick 2001, 80-86), obwohl er selbst in der Mystik bewandert war. Michot gibt zu bedenken, dass Ibn Taymiyya wohl ein oft missverstandener Gelehrter des Islams ist, dessen Ideen zu Krieg und Widerstand von AkteurInnen wie der al-Qaida aus dem Kontext gerissen werden, um sie für die eigenen Zwecke zu benützen (Michot 2013, 238f.). Taqī ad-Dīn Abū 'l-ʿAbbās Aḥmad ibn ʿAbd al-Ḥalīm ibn ʿAbd as-Salām Ibn Taymiya al-Ḥarrānī wurde im Jahre 1263 in Harran in der heutigen Türkei an der Grenze zu Syrien geboren. Die meiste Zeit lebte er unter mamelukischer Herrschaft (heutiges Ägypten, Syrien, Libanon und Israel/Palästina). Ibn Taymiyya wurde in eine Gelehrtenfamilie hineingeboren und war abseits der klassischen Gebiete der islamischen Wissenschaften (qur’ān-Exegese, ḥadīth, Rechtswissenschaft und Theologie) auch in den Bereichen des Sufismus, der vergleichenden Religionswissenschaften, der Logik und Philosophie...

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