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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 13 – Naṣr Ḥāmid Abū Zaid

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Ein Denker wie Naṣr Ḥāmid Abū Zaid ist islamischen Fundamentalisten ebenso ein Dorn im Auge wie westlichen Kulturkämpfern. Er zeigt, wie Frömmigkeit und Säkularität, Gottes Gesetze und Menschenrechte, Spiritualität und Vernunft im Islam zusammengehen können.

Navid Kermani (zit. n. Abu Zaid 2011, Klappentext)

Leben und Werk

Naṣr Ḥāmid Abū Zaid wurde vermutlich im Jahre 1943 in dem Dorf Quhafa in der Nähe von Tanta/Ägypten im Nildelta geboren. Im Alter von acht Jahren hatte er bereits den gesamten qur’ān memoriert, war hāfiz. Von früh an war er einem politisierten Milieu ausgesetzt. Die Unabhängigkeit Ägyptens im Jahre 1952 beflügelte das nationale Selbstbewusstsein. Während der Grundschulzeit besuchte er eine christlich-koptische Privatschule, später aufgrund der finanziellen Bedrängnis die Berufsschule, um als ältester Sohn die Familie ernähren zu können, da sein Vater schon 1957 verstarb. Zwölf Jahre sollte er in der Abteilung Polizeifunk im Innenministerium arbeiten. Als Literat war er Mitglied einer literarischen Gesellschaft, in der Marxisten, Muslimbrüder und Existentialisten vertreten waren. Abū Zaid selbst sympathisierte lange Zeit mit der Muslimbruderschaft, war selbst in seiner Kindheit sogar Mitglied der Jungen Löwen, der Kinderorganisation der Muslimbruderschaft, bis er sich in den 1960er Jahren von diesen gedanklich löste. In ihr lernte er aber religiöse Frömmigkeit. Ab 1967 besuchte er die Abendschule, 1978 begann er in Kairo im Arabistischen Seminar der Geisteswissenschaftlichen Fakultät...

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