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The Calvinesque

An Aesthetics of Violence in English Literature after the Reformation

Claudia Richter

This study deals with the aesthetic manifestations of one of the world’s most fiercely iconophobic and anti-aesthetic religious cultures: Calvinism. It establishes the category of the Calvinesque as an aesthetic of extreme violence against the human body. In close readings of theological documents, literary texts and dramatic speeches, the book examines the extent to which language, literary imagination and theology permeate and condition each other. The book aims at providing new perspectives on literary stylistics after the religious turn in the humanities. By emphasising the pervasive impact of Protestant theology on secular Western culture and by radically questioning some of the narratives that have been crucial to Western (Protestant) identity, this study opens up historical perspectives to contemporary debates about the impact of Calvinism on political discourses, violent entertainment, disciplinary culture and an Anglo-American humanitarian «pornography of pain».
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Deutsche Zusammenfassung

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Die Dissertation untersucht Imaginationen der Gewalt in der Literatur und im englischen Drama nach der Reformation, und liest diese in Verbindung mit dem Calvinismus. Als Orientierungsmodell behauptet die Dissertation die neue ästhetische Kategorie des ‚Calvinesken‘. Diese ist genauso offen und durchlässig zu verstehen, wie sie ernst gemeint ist, und zeichnet sich durch hyperbolische, detailreiche Gewaltdarstellung und häufig durch prophetisches Sprechen im Futur aus, bei gleichzeitiger Betonung ‚realistischer‘ Darstellung.

Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Interpretation extremer Gewaltdarstellungen, wobei Calvins Betonung des Strafgerichts durch einen zornigen Gott als maßgeblich für die Entstehung einer neuen Imagination der Gewalt gesehen wird. Anhand der Auswertung einschlägiger theologischer Quellen, literarischer Texte und dramatischer Szenen wird in ‚close readings‘ gezeigt, wie sich Sprache, literarische Imagination und Theologie durchdringen und bedingen. Dabei erweist sich auch die (Selbst-)Darstellung des Calvinismus als bildfeindlich als komplexer als bisher angenommen. Gerade im Hinblick auf die in protestantisch geprägten Genres auftretenden gewalttätigen Mord- und Bestrafungsszenarien, deren verbale Beschreibungen in der anglistischen Forschungsliteratur bereits als voyeuristisch wahrgenommen wurden (jüngst vor allem von Alexandra Walsham, Peter Lake und Michael Questier), lässt sich ein hoher Grad an Bildlichkeit und Theatralität feststellen. Die Arbeit führt diese sprachliche Performativität auf die Theologie Calvins zurück, dessen Kommentare zu den Propheten des Alten Testaments ein ausgeprägtes Bewusstsein über rhetorische Effekte sowie ein Interesse an bildlicher und lebendiger Sprache in der Predigt vom Zorn Gottes beweisen. Dabei verdankt die vorliegende...

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