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Prostitution

Eine Begleiterin der Menschheit / A Companion of Mankind

Edited By Frank Jacob

Prostitution ist scheinbar genauso alt wie die Menschheit selbst und gilt nicht von ungefähr als das «älteste Gewerbe» überhaupt. Dieser Band versteht sich als interdisziplinäre, chronologisch sowie global umfassende Analyse des Phänomens und bietet dem Fachpublikum und dem interessierten Leser gleichermaßen eine breite Darstellung der Prostitution aus historischer, soziologischer, genderorientierter sowie kulturwissenschaftlicher Perspektive. Untersucht werden dabei die Rolle von Prostituierten in der Gesellschaft, die Rezeption des Gewerbes per se sowie die Rahmenbedingungen, unter denen sich ein solches etablieren kann.
Prostitution seems to be as old as humanity itself and is consequently not described as the «oldest profession» without cause. This anthology is an interdisciplinary, chronological and regional extensive approach to analyze the phenomenon. It provides a broad historical, sociological, cultural, and gender perspective on prostitution for the academic as well as the interested reader alike. It examines the role of prostitutes in society, the reception of the profession per se and the conditions due to which it is established.
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Zwischen staatlicher Repression und geheimdienstlicher Unterstützung – Prostitution in der DDR 1968–1989 am Beispiel der Stadt Rostock

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Einleitung

Bereits in den 1950er Jahren behauptete die SED, dass Prostitution in der DDR nicht mehr existiere. Die Umsetzung des Sozialismus hätte dieses Phänomen beinahe automatisch vernichtet. In der Bundesrepublik hingegen gehöre Prostitution „zum Inventar“.2 Schon früh inszenierte sich die DDR als moralisch vorbildlicher Staat und grenzte sich damit von der „dekadenten Amoralität“3 der Bundesrepublik ab. Mit Inkrafttreten des Strafgesetzbuches (StGB) im Jahr 1968 wurde Prostitution in der DDR schließlich als „Asozialität“4 unter Strafe gestellt. Doch kann ein Staat das Geschäft mit der käuflichen Liebe tatsächlich „abschaffen“?

Die vorliegende Untersuchung soll einen Einblick in den staatlichen Umgang mit weiblichen Prostituierten nach Inkrafttreten des StGB liefern. Anstatt das Verbot wirksam umzusetzen, kam es auf der einen Seite zu Reglementierungen und Repressionen durch die örtlichen Räte und andere staatliche Institutionen. Die betreffenden Frauen sollten erfasst, kontrolliert und langfristig umerzogen werden. Auf der anderen Seite duldete und unterstützte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) den Fortbestand des Milieus für geheimdienstliche Zwecke.

Die Stadt Rostock dient folgend als räumlicher Schwerpunkt. Rostock entwickelte sich durch den direkten Ostseezugang zu einem wichtigen Wirtschafts- und Handelszentrum der DDR. Ständig liefen ausländische Schiffe den Hafen an und es waren unter anderem Seeleute, die das Bild der Stadt prägten. Bis 1988 wuchs ← 317 | 318 → Rostock auf mehr als 250.000 Einwohner an. 1989 erreichte der VEB Seehafen einen Rekord von 3.920...

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