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Prostitution

Eine Begleiterin der Menschheit / A Companion of Mankind

Edited By Frank Jacob

Prostitution ist scheinbar genauso alt wie die Menschheit selbst und gilt nicht von ungefähr als das «älteste Gewerbe» überhaupt. Dieser Band versteht sich als interdisziplinäre, chronologisch sowie global umfassende Analyse des Phänomens und bietet dem Fachpublikum und dem interessierten Leser gleichermaßen eine breite Darstellung der Prostitution aus historischer, soziologischer, genderorientierter sowie kulturwissenschaftlicher Perspektive. Untersucht werden dabei die Rolle von Prostituierten in der Gesellschaft, die Rezeption des Gewerbes per se sowie die Rahmenbedingungen, unter denen sich ein solches etablieren kann.
Prostitution seems to be as old as humanity itself and is consequently not described as the «oldest profession» without cause. This anthology is an interdisciplinary, chronological and regional extensive approach to analyze the phenomenon. It provides a broad historical, sociological, cultural, and gender perspective on prostitution for the academic as well as the interested reader alike. It examines the role of prostitutes in society, the reception of the profession per se and the conditions due to which it is established.
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Einleitung

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Warum gibt es käuflichen Sex? Prostitution – egal ob legal oder illegal, professionell oder nicht – gibt es, weil der käufliche Erwerb von Sex ein Bedürfnis darstellt, das jenseits gesellschaftlicher und kultureller Konventionen existiert. Die Prostitution reicht bis zum Beginn der Geschichte1 selbst zurück und bildet in der Gesellschaft der Moderne ein Kontinuum. Ungeachtet dieser langen Existenz hat sich das Bild der „käuflichen Liebe“ immer wieder gewandelt und war kulturellen, politischen sowie sozialen Veränderungen unterworfen. Trotzdem bleibt die „Sexarbeit“ bis heute ein stigmatisierter Faktor des menschlichen Miteinanders.2 Außenstehende, also weder Prostituierte noch Kunden selbst, haben dabei ein oft voreingenommenes Bild davon, wer die sich prostituierenden Frauen oder Männer sind und wie sich ihr Alltag innerhalb des „Sexbusiness“ gestaltet.3 Prostituierte werden oft als „dreckig, verbraucht, krankheits-belastet (…), und am schlimmsten, als entbehrlich“4 betrachtet.

Dabei wird jedoch ein wesentlicher Faktor, der für die Existenz der Prostitution per se verantwortlich ist, ausgeblendet: Die Prostitution kann bestehen, weil die jeweilige Gesellschaft einen Bedarf für die Ware Sex entwickelt hat. Die Kunden der Callboys, Dirnen, Huren, Nutten, Stricher… bilden nämlich zumeist einen demographischen Querschnitt des jeweiligen regionalen oder nationalen Kontextes ab, was am Beispiel des Berichts einer Londoner Prostituierten (Jessica) offensichtlich wird:

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