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Memory as Burden and Liberation

Germans and their Nazi Past (1945–2010)

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Anna Wolff-Poweska

This book examines both the obvious and less obvious ways in which Germans struggle with their Nazi past. It embraces only a small part of a complex problem, which is impossible for an individual author to grasp in its entirety and character. The main intention, which leads through a thick of actors, issues, institutions, events and phenomena, is a reflection upon the reasons for which German reckoning with the past turned out to be a process full of contradictions; a bumpy road rippled with political, intellectual and moral mines. This intention is accompanied by the question about the specific character of German collective memory in relation to the helplessness and moral condition of a person defending himself/herself and his/her nation in the face of unimaginable evil.
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Zusammenfassung

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Der Nationalsozialismus ist zwölf Jahre lang das ideologische Fundament der Politik des Hitler-Reiches gewesen. Auseinandersetzungen über die Erinnerung an ihn beschäftigen die Deutschen nun schon fünfundsechzig Jahre. Dieser lange Zeitraum der Befassung mit der Vergangenheit, der Akzeptierung oder der Zurückweisung der Darstellung der für Europa und für die Deutschen selbst höchst dramatischen Geschichte der Neuzeit wird oft die zweite Geschichte des Nazismus genannt. Die Geschichte der Erinnerung an die kollektiven Vorstellungen, an ihre Evolution und an ihre Rolle im Prozess der Herausbildung einer eigenen Identität wird in den Humanwissenschaften nach Pierre Nora als histoire au second degré bezeichnet.782

Die Untersuchung der Erinnerung der Deutschen ist ein Forschungsgegenstand verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, der Kunst, der Medien und der Politik; denn zum ersten Male in der Geschichte vollzieht sich auf offener Bühne eine Abrechnung eines Volkes mit seiner eigenen Geschichte. Hier sind wir Zeugen eines spezifischen Experiments, bei dem die jeweiligen Generationen der Deutschen an einem Prozess beteiligt sind, der voller Widersprüche ist und bei dem sie mit sich selbst wie auch mit der Außenwelt konfrontiert werden. Auf den Charakter dieses Prozesses wirken u. a. die Generationenfolge sowie die Veränderungen der innenpolitischen Gegebenheiten und der internationalen Konstellation ein.

Die Besonderheit dieses Phänomens und die Faszination, die es auf immer weitere Kreise der mit ihm befassten Forscher und Medien ausübt, erklären sich u. a. aus der Tatsache, dass wir trotz zahlreichen Kriegen und...

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