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Klimaskepsis in Deutschland

Handlungsempfehlungen für Politik und Wissenschaft

Tanja Fröhlich

Klimaskeptiker schließen einen anthropogen verursachten Klimawandel aus und zweifeln an der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse sowie an dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC). Eine öffentliche Klimaskepsis in Deutschland ist – im Gegensatz zu den USA – weitgehend unbekannt. Spezifische wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen könnten jedoch auch in Deutschland zur Verbreitung von Klimaskepsis in der Gesellschaft beitragen. Die Autorin analysiert diese Rahmenbedingungen und entwickelt Handlungsempfehlungen an Politik und Wissenschaft, um wissenschaftlich nicht fundierter Klimaskepsis entgegenzuwirken.
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5. Zusammenfassung

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Die Glaubwürdigkeit der deutschen Klimaforschung ist hoch. Klimaskepsis spielt in Deutschland nur eine marginale Rolle in der Wissenschaft, der Politik, den Medien und dem Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Argumente und Arbeitsweisen von Klimaskeptikern gleichen sich weltweit. Für den größten Teil der Klimaskeptiker steht die Sonne als Verursacher der derzeitigen Erwärmung fest. Sie sprechen dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) als Organisation und den Ergebnissen seiner Berichte die Glaubwürdigkeit ab. Als nicht fundiert, zu unsicher, übertrieben oder nur dem wissenschaftlichen Selbstzweck sowie dessen Finanzierung dienend bezeichnen die Klimaskeptiker die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dabei werden oft naturwissenschaftliche Argumente mit z.T. diffamierenden Äußerungen zu Einzelpersonen, Gruppen von Personen oder Organisationen aus Wissenschaft und Politik gemischt. Eine fachliche und sachliche Diskussion wird dadurch erschwert.

Die Abwesenheit von Sachlichkeit bei gleichzeitiger Anwesenheit von Polemik und vielen in der Fachwelt nicht anerkannten (pseudo)wissenschaftlichen oder nicht mehr dem Kenntnisstand entsprechenden Argumenten zeichnet die Mehrheit der Klimaskeptiker aus. Klimaskepsis ist fast ausschließlich im konservativ-liberalen Umfeld zu finden. Dies gilt insbesondere für die USA, dem Heimatland der Klimaskeptiker. In Deutschland ist eine offene Klimaskepsis in der Politik selten. Allerdings bietet die „Umweltkultur“ der deutschen Bevölkerung Politikern dafür auch wenig Spielraum.

Scharfe Kritik an der Klimaforschung gibt es in deutschen Medien dagegen häufiger. Sie macht bis zu 13% (Spiegel Online) der gesamten Klimaberichterstattung aus. Diese kritischen Äußerungen zur Klimaforschung häufen sich um die Zeitpunkte des Bekanntwerdens von Vorw...

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