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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010

Band 1: Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit- Mitherausgeber: Justyna Alnajjar, Ewa Bartoszewicz, Magdalena Olpinska-Szietko und Hans-Jörg Schwenk

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Franciszek Grucza

Dies ist der erste von den insgesamt 19 Bänden der Akten des XII. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik, der vom 29. Juli bis 7. August 2010 in Warschau tagte. Es war der erste Kongress der 1955 in Rom gegründeten Vereinigung, der im östlich der Elbe gelegenen Teil Europas ausgerichtet wurde. Vorgetragen und diskutiert wurde während des Kongresses zwar auch in pleno, jedoch hauptsächlich innerhalb von Sektionen, die verschiedenen Teilbereichen der derzeitigen globalen Germanistik gewidmet waren und zugleich ihre thematische sowie methodologische Vielheit – ihren inhärenten Reichtum – widerspiegelten. Insgesamt berieten im Rahmen des Kongresses 60 Sektionen. In pleno wurden drei Vorträge gehalten und acht Panels durchgeführt. Die Dokumentation der Plenarveranstaltungen füllt den 2. Band dieser Reihe. Die weiteren 17 Bände enthalten die wichtigsten Ergebnisse der während des Warschauer Kongresses abgehaltenen Sektionen.
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5. Laudatio auf den Preisträger Professor Dr. David E. Wellbery

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Sehr verehrte Damen und Herren, lieber David Wellbery!

Vor sechs Jahren – 2004 – erschien in der Harvard University Press ein tausend Seiten starkes Werk im Großformat mit dem Titel „A New History of German Literature“. Drei Jahre später ins Deutsche übersetzt, fand es auch im Heimatland seines Gegenstands viel Beachtung. In etwa zweihundert Kurzessays behandeln nicht viel weniger Autoren Daten und Werke aus der deutschen Literaturgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Auswahl der in chronologischer Abfolge präsentierten Daten bietet ein buntes Bild: So steht, das sind beliebige Beispiele, neben dem 12. November 1203 (Walther von der Vogelweide erhält fünf Goldmünzen für einen Pelzmantel) das Jahr 1767 (Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm“ erscheint mit der absichtlich falschen Zurückdatierung auf das Jahr des Hubertusburger Friedens), neben dem Druck der Lutherschen Bibelübersetzung 1523 oder der überarbeiteten Grimmschen Märchensammlung 1815 der 1. Mai 1936 (deutsche Standesämter händigen allen Neugetrauten ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ aus) usw.

Die „neue Geschichte der deutschen Literatur“ stellt, wie ihr Herausgeber David E. Wellbery in der Einleitung erläutert, den Ereignischarakter des literarischen Werks in den Mittelpunkt. Sie will der Einmaligkeit des poetischen Artefakts gerecht werden, statt sie in der Kontinuität einer traditionellen Geschichtserzählung und der Homogenität eines nationalen Kulturraums aufgehen zu lassen. Ästhetisches Bewusstsein lässt sich nicht in historisches auflösen, es kann keine Geschichte der Werke (wohl aber der Gattung, Formen, Symboliken...

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