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Modernismus als theologischer Historismus

Ansätze zu seiner Überwindung im Frühwerk Maurice Blondels- 2., überarbeitete Auflage

Gerhard Larcher

Die Arbeit versteht sich als theologiegeschichtliche Untersuchung in systematischer Absicht. Innerhalb der Blondel- und Modernismusforschung erfüllt sie die spezielle Aufgabe, jenen Stellungnahmen und Korrespondenzen Maurice Blondels rund um die «question biblique» nachzugehen, die wissenschaftstheoretisch und theologisch das Geschichtsproblem betreffen. Darüber hinaus wird versucht, alle einschlägigen Hinweise, die Blondels sonstiges philosophisches und apologetisches Frühwerk bereithält, in ihrer weitreichenden Aktualität, besonders zum Thema «Historische Vernunft und Glaube» und zum Traditionsbegriff systematisch zu entfalten.
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Einführung

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Die Geschichte der Auseinandersetzung von Kirche und Theologie mit dem Geist der Neuzeit und der Aufklärung ist unabgeschlossen und selbst im 20. Jahrhundert nicht hinreichend überschaubar. Immerhin gibt es aber einige wichtige Aufbruchsphasen in der neueren Theologiegeschichte seit der Jahrhundertwende, die Beurteilungskriterien zumindest im Blick auf die eigene Gegenwart an die Hand geben können; so etwa die Neuansätze seit Maréchal und Rahner, die Nouvelle Théologie, das Vatikanum II, die Politische Theologie oder die Theologie der Befreiung. Mit ihnen stehen Themen und Aufgabenstellungen, die langfristig gewachsen sind, aber weithin nicht gesehen oder verdrängt wurden, plötzlich zur Diskussion an und bestimmen von da an wie unverzichtbare Wegmarken die weitere Marschrichtung mit. Eine Ausnahme scheint hier nur jene Eruption von Neuerungen zu machen, die als Modernismuskrise zu Beginn des Jahrhunderts in die Kirchen und Theologiegeschichte eingegangen ist. Obwohl es sich mit ihrer Genese zunächst scheinbar ähnlich verhält – auch sie ist Reflex einer weitreichenden, komplexen Vorgeschichte – besteht ein entscheidender Unterschied. Trotz ihres vehementen Aufbruchs wurden nämlich ihre Impulse alsbald jäh gestoppt, bzw. in einem lange währenden Klima der Anfeindungen zum Schweigen gebracht. Dies führte dazu, dass der Modernismusstreit heute – mehr als 70 Jahre nach seiner Verurteilung – tatsächlich wie eine „voreiszeitliche Kontroverse“ (Loisy) hinter uns zu liegen scheint, an die nur noch polemisch-plakative Schlagworte erinnern. Ohne die kirchenpolitisch und theologisch guten Gründe, die damals eine Bereinigung der Situation und Klärung der Fronten nahelegten, in Abrede zu stellen,...

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