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Entlehnung oder Codeswitching?

Sprachmischungen mit dem Englischen im deutschen Printjournalismus

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Sebastian Knospe

Diese Arbeit befasst sich mit den Formen und Funktionen von Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen der Gegenwart. Als Datengrundlage dient ein synchrones Pressekorpus aus 52 Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das seit den 1960ern immer wieder zu Untersuchungen zum deutsch-englischen Kontakt herangezogen worden ist. Zentrale These ist dabei, dass den journalistischen Sprachgebrauch neben etablierten lexikalischen Entlehnungen (Anglizismen) heute verstärkt auch Ad hoc-Wechsel zwischen beiden Sprachen (Codeswitches) prägen. Die Studie entwirft daher ein integratives kontaktlinguistisches Modell, das die Komplexität beider Erscheinungen der Sprachmischung aufzeigt und verdeutlicht, wie diese morphosyntaktisch integriert sowie wortbildend eingesetzt werden. Zugleich wird das besondere diskursive Potential herausgestellt, das aus der strukturellen Verwandtschaft zwischen dem Englischen und dem Deutschen erwächst.
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6 Insertionen

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6Insertionen

6.1Allgemeine Eingrenzung der Kategorie

In diesem Kapitel wird mit einer qualitativen Beschreibung der Insertionen aus dem Englischen begonnen, da diese ausweislich der in Kap. 5 erfassten Eckwerte am stärksten im Spiegel-Korpus vertreten sind.

Syntaktisch gesehen sind Insertionen typischerweise in einer „Sandwichposition“ begriffen, d.h. sie werden von lexikalischen und grammatischen Elementen des Matrixkodes umschlossen und so in das Deutsche integriert. Besonders tangiert von solchen Einspeisungen sind lexikalische Einheiten, die meist aus spezifischen semantischen bzw. pragmatischen Gründen heraus aktiviert werden. Daneben kann es zur Absorption kleinerer Konstituenten wie Nominal- oder Präpositionalphrasen kommen (Muysken 2000: 60-63). Grundsätzlich sind Insertionen zudem besonders offen für Wortbildungen (vgl. Kap. 4.5.2.1).108

Hieraus ergibt sich für dieses Kapitel folgende breite Untersuchungsagenda, die der herausgehobenen Stellung von Insertionen, die daher seit jeher die Anglizismenforschung dominieren, gerecht wird: Mit lexikalischen Einspeisungen beginnend, werde ich in Teil A darstellen, (1) ob und, wenn ja, wie Insertionen formal, vor allem morphosyntaktisch bzw. flexivisch, integriert sind und (2) welche strukturellen und semantischen Eigenheiten sie auszeichnen. Mit Blick auf Punkt (1) sollen die in Tab. 6 resümierten Erkenntnisse aus früheren Studien auf ihr Zutreffen hin abgeklopft werden. Meine These ist, dass morphologische resp. morphosyntaktische Nativisierungen, anders als andere formale Integrationsmuster, so gut wie durchweg erwartbar sind und – wie Myers-Scotton (1997: 190) unterstreicht – sowohl lexikalische Codeswitches als auch Wort-Entlehnungen berühren, dabei teils von interlingualen Kongruenzen beeinflusst. Wo immer möglich und sinnvoll, werde ich den Vergleich...

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