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Repräsentationen des Ethischen

Festschrift für Joanna Jabłkowska- Herausgegeben von Kalina Kupczyńska und Artur Pełka

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Kalina Kupczynska and Artur Pelka

Im Mittelpunkt dieser Festschrift für Professorin Joanna Jabłkowska stehen Fragen, die im Zusammenhang mit dem kulturwissenschaftlichen ethical turn in der rezenten literaturwissenschaftlichen Forschung diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ethik und Literatur wird sowohl theoretisch erfasst als auch in zahlreichen Einzelanalysen literarischer Werke diskutiert. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wird ergänzt durch philosophische und politische Betrachtungsweisen.
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Philosophie versus Ethik

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← 72 | 73 → Kategorische Impertinenz. Ungerechte Kant-Anverwandlungen

Martin A. Hainz

1.

Kaum ein Denker ist von der Wirkmächtigkeit Kantens; und kaum ein Denker ist zugleich so fleißig denunziert worden, freilich – wie auch im Falle Nietzsches – waren es die Adoranten, die die Basis einer oft unberechtigten Kritik schufen, welche dann die Verzerrung Kants mit seiner Philosophie gleichsetzten. Im Zentrum dieser Umdeutungen stand der kategorische Imperativ, das ideologisch vielversprechendste Versatzstück des Werkzusammenhangs, da es sprichwörtlich bekannt war, im Gegensatz zu Diskussionen bezüglich erkenntnistheoretischer Feinheiten vor allem aber auch geeignet, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Dies zumal, weil hier zwei Optionen ineinander spielen: Zum einen konnte man hier durch völlig unseriöse Pseudo-Exegese Kant zum würdigen Urahn von etwas entstellen, an dessen Würde heute niemand ernsthaft glauben kann, das aber damals sich so erhöht als integraler Bestandteil deutscher Geistesgeschichte ausgab; und zum zweiten ist es in totalitären Systemen nie verkehrt, sich zuletzt auf ethische Prinzipien zu beziehen, die einem Teil des Volkes durch Kants Stil, der so anspruchsvoll wie die Problemlage ist, entzogen ist – was nicht Kants Schuld ist, in der Tat spiegelt Grammatik bei Kant Logik, seine Sätze sind so einfach, wie es der kategorische Imperativ zulässt, gab es auch bald den Traum eines insgesamt bekanntlich nicht uninteressanten Lesers seiner Werke: „Kantische Philosophie, ohne seine Sprache“1…

Die Mischung aus einer Quelle, die nicht auf Herzensgüte pocht, sondern eine hohe Reflexionsstufe...

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