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Repräsentationen des Ethischen

Festschrift für Joanna Jabłkowska- Herausgegeben von Kalina Kupczyńska und Artur Pełka

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Edited By Kalina Kupczynska and Artur Pelka

Im Mittelpunkt dieser Festschrift für Professorin Joanna Jabłkowska stehen Fragen, die im Zusammenhang mit dem kulturwissenschaftlichen ethical turn in der rezenten literaturwissenschaftlichen Forschung diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ethik und Literatur wird sowohl theoretisch erfasst als auch in zahlreichen Einzelanalysen literarischer Werke diskutiert. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wird ergänzt durch philosophische und politische Betrachtungsweisen.
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Der unverbesserliche Mensch – über den Fatalismus der Phantastik

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Hans Richard Brittnacher

Wenn zu den vornehmlichen Aufgaben der Literatur und der Künste die Selbstthematisierung des Menschen zählt, kommt der Phantastik, zumindest der Schauerphantastik, offenbar die Funktion zu, die schwarzen Seiten dieser anthropologischen Reflexion zu akzentuieren, die Lichtqualitäten des Menschen zu hinterfragen, seinen geschichtsphilosophischen Optimismen zu misstrauen, seinen bewusstseinstheoretischen Hochmut zu dämpfen. Vom Schauerroman des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen fantasy durchzieht eine übelgelaunte Tradition konservativer Gehässigkeit die Literaturgeschichte: Was immer eine Epoche an Glücks- und Zukunftsphantasien aussinnen mag – zuverlässig ist die Phantastik zur Stelle, jeden Übermut zu dämpfen, jede Hoffnung zu zerschlagen, Utopien in Dystopien zu konvertieren.

Dieser menetekelnde Furor der Phantastik hat überzeugende Paradigmen, die in nahezu jeder Diskussion über Risiken und Chancen gegenwärtiger Wissenschaftsentwicklung, zumal in den besonders sensiblen Bereichen der Gentechnologie oder der Transplantationsmedizin, beschworen werden. Zwei der berühmtesten sollen kurz charakterisiert werden, um den Erfolg der düsteren Prophezeiungspoetik einsichtig zu machen. Im ersten Fall geht es um Mary Shelleys Frankenstein or the modern Prometheus (1818). In diesem Roman aus der Endphase der englischen Romantik hat die Frage nach den moralischen Implikationen der Erzeugung künstlichen Lebens ihre offenbar noch heute verbindliche konservative Modellierung gefunden – dies zumindest lässt die anhaltende Popularität des Stoffes und seine Resonanz im Film und in anderen Medien vermuten. (1) Unter dem Titel Les Mains d’Orlac spielt ein Kolportageroman des französischen Erzählers Maurice Renard aus dem Jahre 1920 die...

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