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Kulturwissenschaften der Moderne

Band 3: Das 20. Jahrhundert

Peter Nitschke

Kulturwissenschaften sind eine Sammeldisziplin in der Moderne geworden, bei der sich ganz unterschiedliche Fachdisziplinen unter dem Paradigma der Kultur zusammengefunden haben. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert behandelt das Buch folgende Themen: Plakatpropaganda im Ersten Weltkrieg – Die Schuldfrage nach Jaspers – Der Biologismus – Gerechtigkeit in der Globalisierung – Von der Frauenfrage zum Genderansatz – Die kulturelle Funktion der Bundespräsidenten in Deutschland – Hannah Arendts politische Kulturdiagnose – Der Untergang des Abendlandes und der Clash of Civilizations.
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Biologismus in den internationalen Theorien des frühen 20. Jahrhunderts: Harald Kleinschmidt

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Biologismus in den internationalen Theorien des frühen 20. Jahrhunderts

Harald Kleinschmidt

Einleitung

Wir leben in einer paradoxen Welt. Die Welt nehmen wir politisch als in ständiger Wandlung befindliche Staatenwelt wahr, bezeichnen aber die Beziehungen zwischen diesen Staaten als international, so als Staaten mit Nationen gleichsetzbar. Elemente dieser internationalen Beziehungen sind jedoch immer noch oder gerade wieder vermehrt Handlungen von Regierungen, sodann die Tätigkeiten internationaler Organisationen, größerer Unternehmen sowie der sogenannten transnationalen zivilgesellschaftlichen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), nicht aber üblicherweise die Handlungen der Nationen und deren Angehöriger. Wenn Person A die Grenze zwischen Staaten B und C passiert, ist dies normalerweise kein Vorgang, der den internationalen Beziehungen zugerechnet würde, es sei denn, entweder Person A fände die besondere politische Aufmerksamkeit der Regierungen von B, C oder beiden Staaten, oder Person A handele als Mitglied einer sehr großen Gruppe, die in demselben Zeitraum dieselbe Grenze in dieselbe Richtung überschreitet.

Wie kommt es zu dieser paradoxen, nahezu für die Gesamtheit der süd-, west- und nordeuropäischen Sprachen gültigen Ausdrucksweise? Antworten auf diese Frage führen in zwei Problemkreise, den der Bestimmung der Begriffe von Nation und Staat, sowie den der Bedeutung des Präfixes „inter-“ und der Präposition „zwischen“. Die wohl immer noch gängigste Definition von Nation stammt von dem Orientalisten Ernest Renan (1823–92). Am 11. März 1882 hielt er unter dem Titel Qu’est-ce qu‘une nation? einen Vortrag an der Sorbonne....

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