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Studien zum postmodernen Kino

David Lynchs "Inland Empire</I> und Bennett Millers "Capote</I>

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Edited By Kerstin Stutterheim

Postmodernes Kino – attraktiv und rätselhaft zugleich. Einige Zuschauer mögen es, andere fühlen sich verstört oder betrogen. In diesem Band wird ein Überblick gegeben, was wohl postmodernes Kino ist, wo es herkommt und warum es so schwer zu fassen ist. Dramaturgisch angelegt ist die Studie von Julia Dabbert zu David Lynchs Film Inland Empire (USA 2006). Sie analysiert die Bauform dieses Films und konzentriert sich dabei vorrangig auf die Selbstreferenzialität Lynchs. In ihrer medienwissenschaftlichen Studie über Bennett Millers Film Capote (Kanada, USA 2005) widmet sich Sophie Luise Bauer der Frage, wie aus einem Roman, der auf einer realen Biographie basiert, eine moderne – in diesem Fall postmoderne – Literaturverfilmung realisiert wurde.
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Vorspann: Postmodernes Kino – ein Umriss

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Kerstin Stutterheim

Postmoderne – eine Einführung

Postmoderne – das ist zunächst ein Epochenbegriff. Dieser Begriff, der eine Epoche in die Systematik der Zeitläufe einordnen soll, dient der Periodisierung einer Zeitspanne, in der es zu der Zeit vorher und auch nachher unterscheidbare Phänomene gibt. In dem hier interessierenden Bereich des Kinos finden sich also besondere Formen der Filmerzählungen und Filmwerke sowie der diese betreffenden Diskurse. Andererseits kennzeichnet dieser Epochenbegriff als ein solches Mittel auch Veränderungen, die sich ausgehend von Lebensumständen, dem Zustand der Gesellschaft und deren Wahrnehmung auch in Philosophie, Architektur, Literatur und dem Kino feststellen lassen. Die Epoche der Postmoderne begann in den USA der 60er Jahre, ausgelöst von den medialen und politischen Umbrüchen dieser Zeit. Im Bereich der Philosophie manifestierte sie sich in den 70er Jahren und ist vor allem auf der Diskursebene davon gekennzeichnet, dass man allen tradierten Festlegungen misstraut. Der in der Moderne bereits angelegte Bruch mit der Vorstellung, die Welt als Ganzes erfassen und erklären zu können und dies dann in sinnstiftende ‚große Erzählungen‘ münden zu lassen, wird bestimmend. Jean Debuffet schrieb bereits 1951 über die sich vollziehende geistige Wandlung und Neuorientierung in der Kunst in seinen „Positions anticulturelles“3.

„Die vier Momente, die Debuffet – als exemplarischer Künstler der Moderne – herausgestellt hat, also das Abrücken vom Anthropozentrismus, das Abrücken vom Primat der Logik, das Abrücken von der Monokultur des Sinns und das...

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