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Interaktion im Pflegeunterricht

Begründungslinien der Interaktionistischen Pflegedidaktik

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Ingrid Darmann-Finck

Mit dem Modell der Interaktionistischen Pflegedidaktik liegt eine sowohl empirisch als auch theoretisch begründete pflegedidaktische Handlungstheorie für den Lernort Schule vor. Das Modell wird seit mehreren Jahren in der praxisnahen Curriculumentwicklung vor allem an Pflegeschulen erfolgreich eingesetzt. In diesem Buch wird das Modell einschließlich seiner Konzepte, der pflegedidaktischen Heuristik, dem Konzept der beruflichen Schlüsselprobleme und dem Konzept zur Entwicklung von bildungsermöglichenden «Lerninseln», ausführlich vorgestellt. Außerdem werden die empirischen und bildungs- sowie pflegetheoretischen Grundlagen des Modells erörtert. In der Sicherstellung von Bedingungen wechselseitiger Anerkennung der Akteure im Unterricht wie in der Pflege besteht der normative und zugleich kritische Maßstab des Modells.
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3. Empirische Studie zur Interaktion im Pflegeunterricht

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3.   Empirische Studie zur Interaktion im Pflegeunterricht

Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Studie zur Interaktion im Pflegeunterricht, die mit dem Ziel durchgeführt wurde, ein empirisch fundiertes pflegedidaktisches Modell entwickeln zu können. Es enthält die Darstellung und Begründung des Forschungsdesigns einschließlich der Fragestellung (3.1) sowie der verwendeten Methoden der Datenerhebung und -auswertung (3.2). In Kapitel 3.3 werden die Ergebnisse der Untersuchung zur Interaktion im Pflegeunterricht präsentiert, in 3.4 diskutiert und in 3.5 theoretisch eingeordnet.

3.1   Fragestellung

Vor dem Hintergrund eines interaktionistisch-konstruktivistischen Lernbegriffs (Reich 2002) wird das Unterrichtsgespräch als „komplexer Prozess der Herausbildung einer gegenstandskonstituierenden Interaktionsbedeutung“ (Combe/Buchen 1996, 270; ähnlich auch Voigt 1990; Krummheuer 1997, 6 ff.) verstanden. Damit wird von einem linearen Sender-Empfänger-Modell Abstand genommen, wonach Lehrer den Schülern Informationen geben und diese die erhaltenen Informationen verinnerlichen. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass Lehrer und Schüler aufgrund ihrer unterschiedlichen Vorerfahrungen und ihres unterschiedlichen Vorwissens im Normalfall jeweils voneinander abweichende Deutungen an den pflegerischen Unterrichtsgegenstand herantragen. In der Unterrichtsinteraktion können sich diese Bedeutungen wandeln und es können sich u. U. gemeinsam geteilte Bedeutungen herausbilden. Der Prozess der situationsspezifischen Gegenstandskonstitution muss dabei als prinzipiell offen und nicht bis ins Letzte beherrschbar betrachtet werden. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, den Prozess der Verständigung über Bedeutungen im Pflegeunterricht zu rekonstruieren. Dabei interessiert z. B., wer welche Deutungen einbringt und wie sich die Deutungen im Verlauf der unterrichtlichen Interaktion verändern.

Nach Watzlawick/Beavin/Jackson...

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