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Bildung als Personwerdung

Zur Pädagogik des kritischen Personalismus

Dietmar Langer

Der lebenslange Vorgang «sich bilden» wird als «Personwerden» gedeutet. Und wenn man sich als verantwortlicher Urheber seiner willensfreien Handlungen unter Berufung auf ethische Maßstäbe immer wieder als Person entwerfen kann und soll, so heißt dies aber nicht, dass sich die Richtschnur von einem moralischen Universalismus (materiale Wert-, formale Imperativ- oder Diskurs-Ethik) aufspannen lässt. Vielmehr sind zwei Probleme des vernünftigen Willens angesprochen, die in den Fragen nach der Motivation zur freiwilligen Vernunftanwendung und der Leistungsfähigkeit der Vernunft zum Ausdruck kommen. Die Antworten des kritischen Personalismus zur Klärung dieser Probleme werden – so die These – aufgrund eines gemäßigten Naturalismus als Willensbildung ausgelegt, um «sich bilden» als ein Handeln zu begründen, das «Bildung als Personwerdung» erklären kann. Willenserziehung hilft dabei, dass dieses Handeln und somit vernünftige Subjekte (= Personen) immer wieder Realität werden können.
Inhalt: Probleme des Personalismus mit der Freiheit und Urheberschaft sowie mit der Vernunft und Verantwortung – Kritischer Personalismus als gemäßigter Naturalismus: Zur Klarstellung der Begriffe Gehirn, Geist, Subjekt, Person und Persönlichkeit – Zur Renaissance des «Ich» in der Pädagogik, jedoch nur in der Kleinschreibweise – Wie kommt Vernunft zum Menschen - und wie bleibt sie bei ihm? – Möglichkeiten und Grenzen der Personwerdung: Bildung aus Sicht des kritischen Personalismus – Personwerdung als Willensbildung und der Bezug zur Willenserziehung – Warum Personwerdung sozial beeinflusst, aber von außen nicht bewirkt werden kann.