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In Sachen Musikpädagogik

Aspekte und Positionen- Festschrift für Eckhard Nolte zum 60. Geburtstag

Stefan Hörmann, Bernhard Hofmann and Martin Pfeffer

Am 9. September 2003 feierte Prof. Dr. Eckhard Nolte, Inhaber des Lehrstuhls und Leiter des Instituts für Musikpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, seinen 60. Geburtstag. Die Forschungsinteressen des Jubilars richten sich auf das Gebiet historischer Musikpädagogik sowie auf die Reflexion musikdidaktischer Grundlagen. Seine Untersuchungen zur Musikpädagogik in der Antike, im Mittelalter, im 19. und 20. Jahrhundert, seine Dokumentationen von Curricula, Lehrplänen und Richtlinien aus den vergangenen beiden Jahrhunderten sowie seine Schriften über Musikdidaktik fügen sich zu einem breiten Spektrum, das terminologische Studien ebenso einschließt wie historisch und systematisch begründete Stellungnahmen zu aktuellen Fragen.
Mit diesem Buch möchten alle Autorinnen, Autoren und Herausgeber den Kollegen, Lehrer, Mentor und Freund ehren und sein fachliches Ansehen dokumentieren. Die Rubriken Aspekte historischer Musikpädagogik und Positionen aktueller Musikvermittlung, in denen sich die Forschungsschwerpunkte des Jubilars spiegeln, umfassen 21 Beiträge namhafter Musikpädagoginnen und Musikpädagogen.
In Sachen Musikpädagogik – der Titel könnte eher an ein Gerichtsverfahren denken lassen als an eine Festschrift. Betrachtet man Eckhard Noltes Arbeitspensum, so ist jedoch eine mehr oder weniger freiwillige Affinität zu juristisch getönten Angelegenheiten kaum bestreitbar. Das belegen die von ihm publizierten Dokumentationen amtlicher Texte, seine immense Verwaltungsarbeit in Einrichtungen und Gremien an Hochschulen sowie seine Ehrenämter in Fachverbänden. Schließlich soll der Titel der Festschrift Eckhard Noltes Maxime unterstreichen, musikpädagogische Forschung und Lehre faktenbezogen, rational, nüchtern und ideologiefrei zu betreiben.
Aus dem Inhalt: Martin Pfeffer: Vom Nutzen und Nachteil der Fachhistorie für die Musikpädagogik – Lenz Meierott: Zur musikalischen Ausbildung der Volksschullehrer im Hochstift Würzburg und im bayrischen Untermainkreis 1770-1840 – Reinhold Weyer: «... ihr Gesang ist immer noch sehr mißtönend und schreiend, und beleidigt darum das Ohr». Gesangunterricht an den kurmärkischen Elementarschulen im Jahre 1814/15 im Spiegel von Visitationsberichten – Bernhard Hofmann: «Ainsi, le premier cuistre venu s’intitule professeur». Musikpädagogische Reformen zu Beginn des 20. Jh. und Franz Liszt – Cornelia Beck-Kapphan: Auswirkungen geschlechterpolarisierender Musikerziehung in der Jugendmusikbewegung auf die Musikausübung in der Hitler-Jugend – Michael Kugler: Motion, Perkussion, Improvisation. Orffs Elementare Musik und ihre musikanthropologischen Grundlagen – Katharina Schilling-Sandvoss: Laßt den Musikus doch selbst sprechen! Progressive Ansätze in der Musikpädagogik des beginnenden 19. Jahrhunderts dargestellt am Beispiel Carl Gottlieb Horstigs – Friedhelm Brusniak: «Ein aufstrebendes, originelles Künstler-Talent». Zur Wiederentdeckung des Max-Reger-Schülers Albin Weinland (1889-1918) – Elisabeth Seippel: «Wie dem Volke und den Volksschülern durch die Kunst am besten zu dienen sei». Richard Barth und die künstlerische musikalische Volksbildung – Ursula Eckart-Bäcker: Friedrich Rabenschlag. Der Chorgesang als Lebensaufgabe – Stefan Hörmann: Was bedeutet eigentlich «Musikdidaktik»? Reflexionen zum neu gefassten Begriffsverständnis Eckhard Noltes – Rudolf-Dieter Kraemer: Im Dickicht der Begriffe: «Kompetenz» – Josef Fenninger: Konzepte musikalischer Identität. Zum Identitätstopos in musikalischen Erziehungsmodellen – Wilfried Gruhn: Neues Lernen - Neue Schule. Brauchen wir eine neue Orientierung für den Musikunterricht? – Ulrich Günther: «Klangfarbe» als Unterrichtsthema – Karl-Heinz Reinfandt: ...nur durch Töne Sagbares: Zur Vermittlung der Wahrheit von Anton Weberns Sechs Stücke für Orchester op. 6 – Hermann Grosse-Jäger: «Die Erziehung der Jugend zum Verständnis der Kunst». Über das schwierige Verhältnis der Musikpädagogik zum öffentlichen Musikleben – Günther Noll: Musikpädagogische Implikationen der Musikalischen Volkskunde. Anmerkungen zu einem interdisziplinären Feld – Gabriele Puffer: Schulmusik(er) in der Krise? Anmerkungen zum Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Musikpädagogik und Unterrichtspraxis – Diemut Anna Köhler: Gehörbildung zwischen Tradition und Innovation – Hermann J. Kaiser: Musiklehrerausbildung vor Bachelor und Master. Ein institutionstheoretischer Rückblick.