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Der Fastenmonat Ramadan und das Fastenabschlußfest 'id al-fitr in Damaskus

Zur sozialen Wirkungsweise islamischer Rituale und zu Aspekten des Traditionswandels

Andreas Christmann

Ziel lokaler Religionsgeschichte ist es, formale und funktionale Wirkungsweisen von religiösen Handlungen nicht als universal gültig und unveränderlich zu betrachten, sondern in einem konkreten historischen Kontext zu verorten. Dadurch rücken die sozialen Implikationen religiöser Handlungen stärker in den Vordergrund, so auch die zivilgesellschaftlichen Wirkungen von Religion und deren Rezeption in unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel von normativ-schriftreligiösen Ritualvorschriften und regionalen Traditionen, Brauchtumshandlungen sowie lokalen Besonderheiten nichtelitärer Alltagsreligiosität berücksichtigt. Die vorliegende Arbeit will solche Aspekte einer lokalen Religionsgeschichte erkennbar machen. Sie untersucht den Fastenmonat Ramadan und das 'id al-fitr-Fest im städtischen Milieu von Damaskus und erfasst die sozialen, politischen und ökonomischen Implikationen der Fasten- und Festhandlungen. Gleichzeitig werden historische Wandlungsprozesse bei Ramadan- und 'id-Handlungen aufgezeigt, die durch eine Umstrukturierung der städtischen Öffentlichkeit und der politischen Verhältnisse hervorgerufen wurden. Die hierfür notwendige Kombination von ethnologischen, historischen und textorientierten Untersuchungsmethoden soll eine Ergänzung und Erweiterung der bisherigen ausschließlich textorientierten Ritual- bzw. Ramadan- und 'id-Forschung darstellen.