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Verführerische Lektüren in der Prosa des russischen Realismus

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Maja Nemere

«Diegetische Leser» und ihre romantischen Weltkonzepte stehen im Mittelpunkt dieser Untersuchung. Ein zentrales Thema des russischen Realismus sind illusionsgenerierende Lektüren und ihre fatalen Wirkungen auf den Leser. An ausgewählten literarischen Werken wird die Demontage der über die romantischen Prätexte vermittelten Wirklichkeitsmodelle aufgezeigt und untersucht, welche neuen, ‘realistischen’ Weltentwürfe den demontierten Modellen entgegengesetzt werden. Über die Textanalyse hinaus möchte diese Studie in Form eines «Querschnitts» durch den russischen Realismus wesentliche ideologische Entwicklungen skizzieren und konzeptuelle Anregungen für das Verstehen der Mentalitätsepoche geben.
Inhalt: Eine alltägliche Geschichte: Die «Erziehung der Gefühle» – Familienglück: Die Destruktion des Ästhetischen – Klara Milič: Die Rettung des Ästhetischen – Arme Leute: Der Kampf um die Autorschaft – Der Doppelgänger: Gedoppelte Simulationen, oder: Das Phantomselbst des Herrn Goljadkin – Aufzeichnungen aus dem Kellerloch: Die Pathologie eines Selbstentwurfes, oder: Die Kritik des reinen Denkens.