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Sprachmigration und literarische Kreativität

Erfahrungen mehrsprachiger Schriftstellerinnen und Schriftsteller bei ihren sprachlichen Grenzüberschreitungen

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Simone Hein-Khatib

Die Reflexion mehrsprachiger Literaturschaffender über ihre Versuche der künstlerischen Existenzgründung in ihrer anderen Sprache stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. In breiter Auswahl - von Emigrierten aus dem nationalsozialistischen Deutschland, aus den Mittelmeerländern, aus Ländern Osteuropas und aus den Kolonien in die Zentren, bis zu Mehrsprachigen im postkolonialen Afrika, insbesondere im Maghreb - kommen SchriftstellerInnen im Nachdenken über ihre Sprachlichkeit selbst zu Wort. Themen wie Mehrsprachigkeit und Psyche, sprachliche Innovation und literarische Kreativität galten bislang in der einzelsprachlich orientierten und der allgemeinen Sprachwissenschaft als Themen «abweichender Sprache» und fanden kaum Beachtung. Unter Bezug auf die Traditionslinie des hermeneutischen Sprachbegriffs weist die Arbeit auf die Bedeutung dieser Themen für das Verständnis der Sprachlichkeit des Menschen.
Aus dem Inhalt: SprachmigrantInnen der Literatur: Verlust der Erstsprache - Sturz in die Sprachlosigkeit - Zerrissen zwischen Sprachen - Problematik des Schreibens und der literarischen Kreativität nach der Sprachgrenzüberschreitung - Aneignung der «anderen Sprache» - Schreiben in einer «fremden Sprache»: befreiend durch doppelte Distanz - Ankommen in der fremden Sprache? - Abdelwahab Meddebs mehrsprachiges «Schreibprojekt»: «une poétique de l'hétérogène» - Das Unbehagen der Sprachwissenschaft an der sprachlichen Innovation.