Show Less
Restricted access

Lieder in Politik und Alltag des Nationalsozialismus

Gottfried Niedhart and George Broderick

Das kollektive Singen gehörte zu den hervorstechenden Alltagserscheinungen verschiedenster Organisationen im Nationalsozialismus und wurde vom Regime bei unterschiedlichsten Anlässen gezielt eingesetzt. Die Beiträge dieses Sammelbandes untersuchen am Beispiel der Jugendorganisationen, der SA und des Reichsarbeitsdienstes nicht nur die Inhalte des Liedguts, sondern auch die Funktion des Singens. Die fließenden Übergänge von der Singepraxis vor 1933 zum Nationalsozialismus und die vielfach geschickte Übernahme bzw. Abwandlung schon vorhandener Lieder durch die Nationalsozialisten lassen gesellschaftliche und mentale Faktoren erkennen, die die NS-Diktatur ermöglicht haben. Zugleich fällt der Blick aber auch auf Formen der Resistenz gegen den Nationalsozialismus.
Aus dem Inhalt: Gottfried Niedhart: Sangeslust und Singediktatur im nationalsozialistischen Deutschland - Reinhard Dithmar: Das «gestohlene» Lied. Adaptionen vom Liedgut der Arbeiterbewegung in NS-Liedern - Karin Stoverock: Bündische Lieder in der Hitler-Jugend - George Broderick und Andrea Klein: Das Kampflied der SA - Manfred Seifert: Liedpflege im Reichsarbeitsdienst: Programm und Realität - Günther Noll: Kinderlied und Kindersingen in der NS-Zeit - Sebastian Spratte: Die Schulfeier und ihre Rolle im Erziehungssystem des Dritten Reichs - Anna-Christine Brade: BDM-Identität zwischen Kampflied und Wiegenlied. Eine Betrachtung des Repertoires im BDM-Liederbuch «Wir Mädel singen» - Erika Funk-Hennigs: «An unseren Liedern soll man uns erkennen». Das nationalsozialistische Frauenbild im Spiegel von NS-Frauenliederbüchern - Ulrich Günther: Lieder und Singepraxis im Deutschen Jungvolk - Wendelin Müller-Blattau: Das politische Lied als Bestandteil der Musikerziehung im NS-Staat - Wilhelm Schepping: Lieder des «Politischen Katholizismus» im Dritten Reich.