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Schuleinheit und Einheitsschule

Eine praktisch-theologische Analyse zum Verhältnis der Schulpolitik der Evangelischen Kirche zu den Einheitsschulbestrebungen in den Anfängen der Weimarer Republik

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Hartmut Lucas

Lange vor der Revolution von 1918 wurde in Deutschland die Idee eines systematischen Schulaufbaus, in der Regel «Einheitsschule» benannt, intensiv diskutiert. Herausragende Träger dieser sehr breiten Diskussion waren der Deutsche Lehrerverein und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Die Evangelische Kirche sah sich durch diese Einheitsschulbestrebungen allerdings erst herausgefordert, als durch die Revolution von 1918 und die Weimarer Verfassung von 1919 die Stellung der Kirchen in Deutschland wie auch ihr Verhältnis zum öffentlichen Schulwesen neu geordnet werden sollten. Für die Praktische Theologie stellte sich damit nicht nur ein neues, sondern auch ein neuartiges Problem. Neben theologischen Begründungen in Sachfragen der Schulpolitik, mußten erst die Prozesse entwickelt werden, die schulpolitisches Handeln der Kirche gestalten und begründen konnten. Diese Aufgaben konnten in den kurzen Zeitspannen der damaligen Umgestaltungen kaum angemessen bearbeitet werden. Trotzdem können die Erfahrungen und die Problemlage dieses Zeitraumes Hinweise für theologische Grundlagen schulpolitischen Handelns im pluralen Staat erbringen.
Aus dem Inhalt: Die Einheitsschulbewegung: Der deutsche Lehrerverein und Johannes Tews - Die SPD und Heinrich Schulz - Evangelische Beiträge zur Einheitsschuldiskussion: Otto Baumgarten, August Reukauf, August Grünweller - Die Schulpolitik der Evangelischen Kirche 1918-20 und Otto Dibelius - Pluralität und Einheit: das Scheitern von Einheitsschulbewegung und evangelischer Schulpolitik.