Show Less
Restricted access

Die Theorie des spanischen Jesuiten José de Acosta (ca. 1540-1600) über den Ursprung der indianischen Völker aus Asien

Series:

Helga Gemegah

Die Behauptung des spanischen Jesuiten José de Acosta (ca. 1540-1600), indianische Völker seien aus Asien zu Fuß über eine Landbrücke nach Amerika gewandert, wird noch heute in der Besiedelungsforschung Amerikas zitiert. In dieser Arbeit werden Acostas Argumente erstmalig unter Berücksichtigung seiner Quellen sowie der geographischen, historischen und politischen Hintergründe untersucht. Dabei wird deutlich, daß Acostas Theorie keine Fakten enthält, sondern politische Inhalte transportiert. Acostas Landbrückenkonzept ist kartographischen Vorbildern entnommen, die der Darstellung spanischen Besitzanspruches auf Asien dienten. Acostas Kommentare zur geplanten spanischen Conquista Chinas verdeutlichen ebenfalls das Interesse Spaniens an Asien. Da es sich bei Acostas Theorie um eine Propagandaschrift handelt, sollte sie in der Besiedelungsforschung Amerikas nicht mehr berücksichtigt werden.
Aus dem Inhalt: Die Herkunft der amerikanischen Urbevölkerung - Der spanische Jesuit José de Acosta über den Ursprung der indianischen Völker aus Asien - Spanische Pläne zur Conquista Chinas im 16. Jahrhundert - Krieg oder Akkommodation: Matteo Ricci, José de Acosta und Alonso Sánchez - Kartographische Landbrücken zwischen Amerika und Asien - Acosta in der Anthropologie: José de Acosta und Ales Hrdlicka.