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Das christlich-soziale Prinzip bei Franz von Baader

Die christlich vermittelte Grundkraft der Liebe als Gestaltungs- und Evolutionsprinzip eines Sozialorganismus kommunikativer Freiheit- Modell einer Sozialtheologie aus der Zeit der Romantik

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Erwin Hinder

Franz von Baader (1765–1841) entwickelte seine Gedanken zur Gestaltung der Gesellschaft zur Zeit eines enormen technisch-ökonomischen und säkularisierenden Umbruchs. Den Weg aus der Krise sah er in einem neuen Wirksamwerden des «christlich-sozialen Prinzips». Aus seinem Gesamtwerk schöpfend, erhebt die vorliegende Arbeit den umfassenden Sinngehalt dieses von ihm geprägten Begriffs. Sein Ansatz ist nicht das Naturrecht, sondern die durch Christus vermittelte Liebe. Er begreift sie als dynamische Kraft befreiender und organischer Gemeinschaftsbildung. Deren komplexe Wirkweise wird in ihrem systematischen Zusammenhang offengelegt. Das Ergebnis zeigt Züge einer originellen Sozialtheologie, die zumeist noch heute aktuell sind. Dies bestätigt ein Vergleich mit der späteren katholischen Soziallehre sowie den neueren Perspektiven im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils.
Aus dem Inhalt: Liebe und Freiheit als Prinzip föderativer Gliederung und solidarischer Einigung der Gesellschaft – Soziale Verpflichtung des Eigentums – Erhebung der Wirtschaftsgüter zu einem Medium personaler Kommunikation – Eucharistische Vermittlung zur «Communio» – Das christlich-soziale «Evolutionsprinzip», das gegen bloßes Tradieren oder Revolutionieren humane Entwicklung erwirkt – Der sozialtheologische Charakter der «religiösen Sozialphilosophie» Baaders – Ihre Würdigung aus der (nach-) konziliaren Sicht des Verhältnisses von Kirche und Welt und der Rolle der Christen in der Gesellschaft – Vision eines sich entfaltenden Sozialorganismus kommunikativer Freiheit.