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Zur Anwendbarkeit inhaltlicher Glaubhaftigkeitsmerkmale bei Zeugenaussagen unterschiedlichen Wahrheitsgehaltes

Eine Simulationsstudie mit kindlichen Verkehrsunfallopfern

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Susanna Niehaus

Vor Gericht stellt sich häufig die Frage, ob man Zeugenaussagen Glauben schenken kann. Bei der Begutachtung kindlicher Zeugen soll die merkmalsorientierte Inhaltsanalyse zur Beantwortung dieser Frage beitragen. Nach einer kritischen Würdigung des Verfahrens und bisheriger empirischer Überprüfungen weist die Autorin auf mögliche Schwachstellen hin und entwickelt Verbesserungsvorschläge. In einer methodisch sehr aufwendigen Simulationsstudie wird u.a. untersucht, inwieweit das Verfahren zur Wahrheitsfindung beitragen kann, wenn Falschaussagende nicht frei phantasieren, sondern auf ähnliche Erfahrungen zurückgreifen können. Die Befunde stützen die Brauchbarkeit der Methodik, verweisen jedoch auf Grenzen ihrer Anwendbarkeit und legen eine Modifizierung des traditionellen Merkmalssystems nahe.
Aus dem Inhalt: Theoretischer und empirischer Hintergrund: Verhaltens- und inhaltsorientierte Glaubhaftigkeitsdiagnostik, Realitätsüberwachungsansatz, erkenntnistheoretischer Ansatz der Wirklichkeitskriterien, Prinzipien kommunikativer Kooperation – Herleitung der Fragestellung – Stimulusmaterial – Operationalisierung der abhängigen Variablen – Beurteilertraining – Präzisierung der Hypothesen – Ergebnisse zur Effektivität des Trainings und zur Reliabilität – Ergebnisse zur differentiellen Validität traditioneller und neuer Merkmale – Ergebnisse zur Nützlichkeit des Merkmalssystems als Diagnostikum – Diskussion.