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Ist Antisemitismus heilbar?

Zur Bearbeitung einer fatalen Tradition

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Siegfried Pflegerl

Antisemitismus als eine Form gesellschaftlicher Diskriminierung wird in einem gesellschaftlichen Gesamtmodell betrachtet. Dieser Band integriert systemtheoretisch eine Vielzahl von Theorien über diskriminatorische Prozesse und ihre Funktionen. Die ideologische Verengung der einzelnen Theorien und ihr Konflikt wird dabei als neue Quelle von Diskriminierung sichtbar. Der Autor erarbeitet den Orientierungskonflikt diskriminierter Minderheiten zwischen zwei Bezugssystemen in einer bisher wissenschaftlich nicht vorhandenen Präzision und interpretiert die Identitätsmilieus der Minderheiten in der Spannung zur Mehrheit.
Die historischen Varianten des Antisemitismus von der Antike bis zur Gegenwart werden in systemtheoretische Zusammenhänge eingebunden expliziert, wobei der Antisemitismus in den Ideologiemilieus der Ersten Republik in Österreich als pragmatisches Muster dient. Jüdische Identitätsmilieus im Schatten des Antisemitismus bis in die Zeit nach dem Holocaust demonstrieren das Ausmaß der Konflikte und Traumen der Opfer und ihrer Nachfahren.
Antisemitismus als ein politisch-wirtschaftlich-kulturelles Instrument der Diskriminierung ist nur durch die Einführung bisher nicht realisierter und auch wenig erkannter universeller Sozialprinzipien überwindbar. Daher bietet sich die Darstellung von Wegen aus der Diskriminatorik in anthropologisch-soziale Universalstrukturen an.
Aus dem Inhalt: Gesellschaftsmodell – Theorie der Diskriminierungspotentiale – Systemtheoretische Einbindung der historischen Varianten des Antisemitismus mit einem Atlas der Ideologiemilieus der Ersten Republik in Österreich – Subkultur und jüdische Identitätsmilieus im Laufe der Geschichte – Überwindung des Antisemitismus – Adäquanz sozialer Beziehungen – Universalistischer Humanismus als Neue Aufklärung – Universalkategorien, Evolutionstheorie – Synthese der Religionen.