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Glaube und Denken

Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft- 13. Jahrgang 2000

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Hans Schwarz

Karl Heim (1874-1958) prägte als Theologe an den Universitäten Halle, Münster und seit 1920 Tübingen sowie von 1920 bis 1948 als Frühprediger an der Tübinger Stiftskirche Generationen von Pfarrern. Unter seinen Zuhörern und Lesern befanden sich auch viele Nichttheologen, da sich sein Denken nicht in einem frommen Ghetto vollzog, sondern er bewußt den Dialog mit den Naturwissenschaften und Geistesströmungen seiner Zeit suchte. Das Karl-Heim-Jahrbuch will das Erbe Heims bewahren und weiterführen, indem es eine biblisch-christliche Orientierung in einer von Wissenschaft und Technik geprägten Welt anzubieten versucht. Namhafte Wissenschaftler und Theologen aus dem In- und Ausland greifen darin in der ihnen jeweils eigenen Weise auf verständliche Art dieses Anliegen Karl Heims auf und führen es weiter.
Drei Beiträge widmen sich dem Thema Weltschöpfung und Weltende, ein Gebiet, das durch neuere kosmologische Theorien ungeahnte Aktualität bekommen hat. Sodann kommen acht Beiträge zum Thema Naturwissenschaft und Glaube, das sowohl von Naturwissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen als auch von Theologen und von der Philosophie her beleuchtet wird. Obwohl zunehmend bei Naturwissenschaftlern eine Offenheit für den Glauben insgesamt und auch für den christlichen Glauben besteht, leben wir doch in einer Welt, die so von den angewandten Naturwissenschaften geprägt ist, daß dort der Glaube kaum noch vorkommt. Er ist zwar akzeptiert, spielt aber im Alltagsleben keine Rolle. Gerade deswegen ist es wichtig, den unverzichtbaren Zusammenhang von Glaube und Wissen, von Handeln und Glaube aufzuzeigen. Ein Beitrag zur Synergetik und Religion sowie ein weiterer zum Spiritismus runden dieses Jahrbuch ab.
Aus dem Inhalt: Jens Colditz: Welt zwischen Anfang und Ende. Aspekte des Schöpfungsgeschehens aus der Perspektive christlicher Theologie – Wolfgang Wilke: Naturwissenschaftliche Vorstellungen von Anfang und Ende der Welt – Matthias Heesch: Herkunft und Zielbestimmung der Welt im Kontext der systematisch-theologischen Anthropologie und der hermeneutischen Religionswissenschaft – Hans Schwarz: Problemzonen für den christlichen Glauben in einer naturwissenschaftlich geprägten Welt – Igor Kišš: Die Entdeckungen der Naturwissenschaft und die revelatio generalis in der Theologie – Július Krempaský: Theorie des Chaos - Aufforderung für die Theologie – Dietrich Bierlein: Antworten auf die klassischen Fragen der Philosophie aus der Sicht von Naturwissenschaften und Bibel – Thomas Schnelzer: «So etwas haben wir noch nie gesehen» (Mk 2,12). Neutestamentliche Wunder und naturwissenschaftliches Weltbild im Kontext katholischer Theologie – Pandikattu Kuruvilla: Eschatologie: am Konvergenzpunkt von Naturwissenschaft und Theologie – Günter Fröhlich: Der empirische Glaube. Zur Kritik eines einseitigen Wissenschaftsverständnisses – Bernhard Dick: Das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft aus der Sicht eines Laien – Wolfgang Weidlich: Synergetik und Religion: Gesichtspunkte zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Theologie – Friedrich Schiebe: Die spiritistische These als metaphysische Idee im Sinne Karl Poppers.