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Der umgekehrte Haftungsdurchgriff im deutschen und US-amerikanischen Recht

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Michael Brass

Kann eine abhängige (Tochter-)Gesellschaft bei Mißbrauch ihrer rechtlichen Selbständigkeit für Verbindlichkeiten ihres herrschenden Anteilsinhabers haftungsrechtlich belangt werden? Der Frage, ob sich die Regeln und Fallgruppen der anerkannten richterrechtlichen Durchgriffshaftung auf diese Weise umkehren lassen, geht diese Arbeit nach. Anhand einer rechtsvergleichenden Untersuchung zum US-amerikanischen Kapitalgesellschaftsrecht wird aufgezeigt, daß ein derartiger «umgekehrter» Haftungsdurchgriff zur Gewährleistung eines lückenlosen Gläubigerschutzes als parallel zu handhabende Variante des herkömmlichen «direkten» Durchgriffs auf die Gesellschafter anzuerkennen ist.
Aus dem Inhalt: Direkter und umgekehrter Haftungsdurchgriff – Meinungsstand der deutschen Rechtsprechung und Literatur – Argumente für und gegen die Umkehrung des Durchgriffs – Die Abwägung der widerstreitenden Interessen beim umgekehrten Haftungsdurchgriff – Der umgekehrte Haftungsdurchgriff im US-amerikanischen Recht (reversed piercing the corporate veil) – Unterschiede und Parallelen zum deutschen Recht – Die Fallgruppen der disregard-Lehre als Fallgruppen auch der umgekehrten Durchgriffshaftung – Die gegen den umgekehrten Haftungsdurchgriff angeführten Argumente aus der Sicht des US-amerikanischen Rechts.