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Verstehen und sittliche Praxis

Ein Vergleich zwischen dem Konfuzianismus Zhu Xis und der philosophischen Hermeneutik Gadamers

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Wei-Chieh Lin

Stellvertretend für den traditionellen Konfuzianismus wird die Moralphilosophie Zhu Xis näher untersucht, um die darin enthaltenen hermeneutischen Elemente Verstehen und Praxis im Zusammenhang mit den klassischen Schriften herauszuarbeiten. Dabei erweist sich Hans-Georg Gadamers hermeneutisches Denken als hervorragende Vergleichsgrundlage. Das Wahrheitsproblem bei Texten – und folglich auch deren Sinn – kann laut Gadamer nur durch die Geschichtlichkeit des Verstehens und in konkreten Situationen erfaßt werden, und zwar in dem Sinne, daß Verstehen immer Andersverstehen heißt. Bei Zhu Xi wird Andersverstehen als die Grundlage der Praxis anerkannt, jedoch nur im Bereich der Bedeutung; geht es aber um das Wahrheitsproblem, so muß ein Andersverstehen völlig ausgeschlossen werden, das Sinnverhältnis muß also stets unveränderlich bleiben.
Aus dem Inhalt: Konfuzianismus und Hermeneutik – Die klassischen Schriften – Sinn und Wahrheit – Sinn und Bedeutung – Verstehen und Praxis – Erkennen und Handeln – Die Grenzen der Interpre-
tation – Bildung der Menschlichkeit.