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Darstellung und Ausdruck in der Philosophie Theodor W. Adornos

Rhetorische Strategien zwischen Subversion und Anklage

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Gabriele Stilla-Bowman

Adornos Kritik an der Philosophie ist eine Suche nach individuellem Ausdruck. Dem philosophischen Subjekt wird das verletzbare, enttäuschbare, sich an Leiden und Kränkungen erinnernde Individuum entgegengehalten. Die Versuche, diesem Individuum zum Ausdruck zu verhelfen, erscheinen in der Negativen Dialektik sowie im gesamten Werk Adornos als vielversprechende Ansätze. Mit unterschiedlichen Darstellungstechniken, die ich als rhetorische Strategien bezeichne, – Stil, Satzbau, Verwendung literarischer Versatzstücke, (kindliche) Leseerfahrung als Projektionsfläche und der Rückgriff auf ein literarisch vermitteltes Konzept von Erinnerung – werden Möglichkeiten einer veränderten Subjektivität durchgespielt. Die Ausführungen brechen in den entscheidenden Momenten ab und verweisen entweder zurück auf den Ausgangspunkt, oder sie verwandeln sich in eine Anklage gegen die Philosophie. Die paradoxe Anordnung, dass Rhetorik so zur Repräsentantin des Unsagbaren wird, lässt das gesamte Projekt der Negativen Dialektik mit eben der Substantialisierung enden, die vermieden werden sollte.
Aus dem Inhalt: Die Rolle der Rhetorik in der Philosophie – Philosophie und Literatur – Die Wirkung philosophischer Lektüren – Ausdruck und Erkenntnis: die Frage nach der veränderten Subjektivität.