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Sergej Nečaev und Dostoevskijs «Dämonen»

Die Geburt eines Romans aus dem Geist des Terrorismus

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Gudrun Braunsperger

Ein aufsehenerregender Kriminalfall erschüttert 1869 Rußland. Im Namen der Revolution stiftet der 22jährige Sergej Nečaev, Gründer der Geheimgesellschaft Strafgericht des Volkes, vier Mitverschwörer zum Mord an. Während Nečaev, der junge Freund Bakunins und Ogarevs, in Westeuropa auf der Flucht ist, findet 1871 in Petersburg der Prozeß gegen dessen Anhänger statt. Aufmerksam verfolgt Dostoevskij die Affäre Nečaev in den Zeitungen und benutzt Versatzstücke aus der Wirklichkeit für einen historischen Roman der anderen Art. Die Dämonen, geplant als Pamphlet gegen den russischen Nihilismus, sind eine Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts, mit der Studentenbewegung und dem revolutionären Untergrund.
Aus dem Inhalt: Historie – Auseinandersetzung – Sergej Nečaev – Nečaevs Erbe im Urteil der Zeitgenossen, der Nachwelt und der Historiographie – Zur Entstehungsgeschichte des Romans – Funktionalisierung des historischen Materials – Petr Verchovenskij im Spiegel des russischen Revolutionärs – Nečaevs Programm im literarischen Kosmos der Dämonen.