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Stereotyp, Identität und Geschichte

Die Funktion von Stereotypen in gesellschaftlichen Diskursen

Series:

Hans Henning Hahn

Stereotypen sind in allen Gesellschaften zentrale Bestandteile jeglicher Kommunikation im Alltag, in der Politik, Presse, Bildung und anderen Bereichen des öffentlichen Diskurses. In diesem Band werden Ansätze einer neuen kulturwissenschaftlichen Stereotypenforschung entwickelt. Historiker, Slawisten, Linguisten, Volkskundler und Kunsthistoriker aus Deutschland, Polen, der Slowakei und Tschechien behandeln Formen und Funktionen von Stereotypen in unterschiedlichen Zusammenhängen in zwischennationalen Beziehungen, im innergesellschaftlichen Raum, bei nationaler Identitätsbildung, in literarischen Texten und folkloristischen Quellen, für die Geschichtsdidaktik, in der NS-Propaganda u.ä. Die Interdependenz von Fremd- und Selbstbildern spielt in den methodischen Überlegungen und empirischen Untersuchungen eine maßgebliche Rolle.
Aus dem Inhalt: Hans Henning Hahn/Eva Hahn: Nationale Stereotypen. Plädoyer für eine historische Stereotypenforschung – Michael Imhof: Stereotypen und Diskursanalyse. Anregungen zu einem Forschungskonzept kulturwissenschaftlicher Stereotypenforschung – Detlef Hoffmann: Visuelle Stereotypen – Magda Telus: Gruppenspezifisches Stereotyp: Ein textlinguistisches Modell – Heike Müns: Arbeitsfelder und Methoden volkskundlicher Stereotypenforschung – Bernd Mütter: Stereotypen und historisches Lernen – Włodzimierz Zientara: Stereotype Meinungen über Polen in deutschsprachigen Druckwerken des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts – Kazimierz Maliszewski: Die Welt des Orients in polnischen handschriftlichen Zeitungen des Spätbarock – Konrad Gündisch: Zur Stereotypenbildung in Siebenbürgen am Beispiel der Siebenbürger Sachsen – Zenon Hubert Nowak: Das Bild der Juden in der deutschen und polnischen Gesellschaft Westpreußens bzw. Pommerellens bis 1939 – Eva Krekovičová: Das Bild der Juden in der Slowakei in Folklore, Jahrmarktdrucken und in der Literatur – Berit Pleitner: Von Wölfen, Kunst und Leidenschaft. Zur Funktion polnischer und französischer Heterostereotypen im deutschen nationalen Diskurs 1849-1872 – Marek Chamot: Die Krakauer Konservativen und die Debatte um das polnische Autostereotyp 1867-1910 – Kazimierz Wajda: Hans Delbrücks Konzept der Polenpolitik und sein Polenbild – Ivan Kamenec: Unterdrückung - Abwehr - plebejische Gleichheit. Autostereotypen der slowakischen Geschichte – David Čaněk: Tschechische Auto- und Heterostereotypen im Text und in der Praxis – Edmund Dmitrów: Struktur und Funktionen des Russenbildes in der nationalsozialistischen Propaganda (1933-1945) – Michael Garleff: Stereotypen im wechselseitigen deutsch-baltischen Kulturtransfer – Stefan Zoll: Trivialliteratur des 19. Jahrhunderts als Quelle der historischen Stereotypenforschung. Das Beispiel Karl May – Alfred Sproede: Stereotypen und Nationenbilder in der ukrainischen Komödie. Ivan Kotljarevs’kyj, Mychajlo Staryc’kyj und die Inszenierung von Sprachbewußtsein (Skizzen zur europäischen Komödie des 19. Jahrhunderts II) – Heinrich Olschowsky: Die Literatur und das nationale Stereotyp. Tadeusz Różewicz und die Deutschen.