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Literarische Kommunikation und soziale Interaktion

Studien zur Institutionalität mittelalterlicher Literatur

Series:

Beate Kellner, Ludger Lieb and Peter Strohschneider

Die Studien dieses Sammelbandes bedenken den Sachverhalt, daß im Mittelalter poetische Kommunikation außerhalb von klösterlichen Ordnungen kaum (oder doch allenfalls erst ansatzweise) in eigenen Sozialsystemen institutionell gesichert ist. Literatur – zumal die volkssprachige höfische Dichtung – scheint hier vielmehr in einer heute nicht mehr leicht nachvollziehbaren Weise in unterschiedlichste soziale Praxen eingebettet zu sein; Praxen im übrigen, welche vorwiegend interaktiv sind, also auf Kommunikation unter Anwesenden beruhen. Wie unter solchen Bedingungen sozialer Interaktion die Literatur institutionell möglich und wie sie institutionell wirksam wird: Solchen Fragen gehen die Beiträge an unterschiedlichen Einzelfällen nach. Sie bemühen sich dabei um ausgeprägt textnahe Interpretationen und erproben neue Perspektiven vor allem auch auf solche Dichtungen, die stets im Interessenzentrum der Germanistischen Mediävistik stehen.
Aus dem Inhalt: Peter Strohschneider: Institutionalität. Zum Verhältnis von literarischer Kommunikation und sozialer Interaktion in mittelalterlicher Literatur. Eine Einleitung – Ernst Hellgardt: Die Casus Sancti Galli Ekkeharts IV. und die Benediktsregel – Stephan Müller: Minnesang im Himmelreich? Über Örtlichkeiten literarischer Kommunikation an den Grenzen des Höfischen beim Kürenberger, in der Kudrun, im Dukus Horant und im himelrîche – Monika Schulz: Iz ne wart nie urowe baz geschot. Bemerkungen zur Kemenatenszene im König Rother – Franziska Wenzel: Keie und Kalogrenant. Zur kommunikativen Logik höfischen Erzählens in Hartmanns Iwein – Bruno Quast: Das Höfische und das Wilde. Zur Repräsentation kultureller Differenz in Hartmanns Iwein – Marion Oswald: Kunst um jeden Preis. Gabe und Gesang in Gottfrieds von Straßburg Tristan – Beate Kellner: Eigengeschichte und literarischer Kanon. Zu einigen Formen der Selbstbeschreibung in der volkssprachlich-deutschen Literatur des Mittelalters – Ludger Lieb: Die Eigenzeit der Minne. Zur Funktion des Jahreszeitentopos im Hohen Minnesang – Tobias Bulang: Aporien und Grenzen höfischer Interaktion im Mauritius von Craûn – Jana Sander: Ohne Zweifel von dem Verfasser des Vorherigen. Autorfiktion als Ordnungsprinzip des Kaufringerfaszikels im cgm 270 – Martina Backes: Zur literarischen Genese frauenmystischer Viten und Visionstexte am Beispiel des Freiburger Magdalenenbuches.