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Ritualisierte Tabuverletzung, Lachkultur und das Karnevaleske

Beiträge des Finnisch-Ungarischen Kultursemiotischen Symposiums 9. bis 11. November 2000, Berlin - Frankfurt (Oder)

Series:

Matthias Rothe and Hartmut Schröder

Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu dem in der Kultursemiotik bislang vernachlässigten Komplex der nonverbalen und verbalen Tabus sowie der ritualisierten bzw. institutionalisierten Tabuverletzung in karnevalesken Kommunikationssituationen. Einen besonderen Bezugspunkt bildet dabei das Werk von Michail Bachtin. Zu den expliziten Zielen des Bandes gehört es, die Perspektiven der unterschiedlichen Disziplinen zu bündeln und im Sinne einer interdisziplinär arbeitenden Kulturwissenschaft zu vermitteln. Diesem Anliegen folgt auch die übersichtliche Gliederung in Rubriken, die jeweils mit eigenen Einleitungen versehen sind.
Aus dem Inhalt: Matthias Rothe/Hartmut Schröder: Thematische Einleitung: Vom Tabu zur Tabuverletzung – Hartmut Schröder: Thesen und Fragen zur Thematik «Ritualisierte Tabuverletzungen, Lachkultur und das Karnevaleske» – Giovanni Lanza: Die Regel und das Resultat. Beitrag zu einer Semiotik des Tabus und der Tabuverletzung – Werner Konitzer: Tabuisieren und Metaphorisieren. Vorüberlegungen zu einer Theorie des Öffentlichen – Astrid Ertelt-Vieth: Tabubrüche als Übergänge zwischen inter- und intrakultureller Kommunikation. Empirische Daten und begrifflich-systematische Überlegungen – Arne Klawitter: Das Banale als Indikation des Draußen und die Selbstimplikation des Sprechens. Überlegungen zu Texten Raymond Roussels – Brigitte Kaute: Das ‘subversive’ Wort. Zum Verhältnis von Tabubruch und literarischer Avantgarde – Eckhard Höfner: Das Grauen und das Lachen. Aspekte der Lach-Kultur in der Moderne – Matthias Rothe: Lesen und Zuschauen. Ästhetische Rezeption und Karneval – Hartmut Schönherr: Heiliger Narr oder komischer Heiliger? Das Karnevaleske und Elemente der «jurodstvo» bei Harald Schmidt – Sabine Krajewski: Serielle Tabubrüche. Krankenhausserien aus drei Ländern - Brauchen wir Tabus? – Ursula Wrobel: «Fragen, die Sie schon immer stellen wollten...». Online-Produktwerbung im Zusammenhang mit Tabuthemen – Dariusz Aleksandrowicz: Protestverhalten und Tabubrüche im Sozialismus – Mihály Riszovannij: Von der «stummen Sünde» zur CSD-Parade. Über Tabus, Enttabuisierung und die öffentliche Lachkultur in der Schwulenszene – Christa Ebert: Die Funktion des Christusnarren (Jurodivyj) in der altrussischen Kultur – Cathrin Alisch: Das Lachen zwischen Schall und Sprache. Überlegungen zu Tabus und Tabubrüchen im slawischen Brauchtum – Ewald Reuter: Suomi-poika goes Europe. Humor als Abschwächung rituellen Tabubruchs in der massenmedialen Volkskultur – Igor Panasiuk: Die Sprache des Karnevals. Kulturelle Besonderheiten der russischen Invektive im Vergleich der Kulturen – Dagmar Schmauks: «Sach ens Blootwoosch!». Ein scherzhaftes zweistufiges Schibboleth aus Köln – Evelyn Dölling: Klatsch, Gerücht, Tabu. Der Fall Christoph Daum und die deutsche Kokaingesellschaft – Roland Posner: Alltagsgesten als Ergebnis von Ritualisierung – Silvia Hedenigg: Tabuisierung des Todes in der Kommunikation mit lebensbedrohlich kranken Kindern – Jan C. Joerden: Drei Tabus der Medizinethik – Bernd Spillner: Tabubrüche in deutschen Todesanzeigen: ein interkultureller Einfluß?