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Schädel aus Blei?

Spaniens Guardia Civil in Geschichte, Presse und Literatur (1890-1939)

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Viktor Sevillano Canicio

Das Buch widmet sich in einem fachübergreifenden Ansatz der Guardia Civil, deren gesellschaftliches Ansehen in ihrer über 150jährigen Geschichte über weite Strecken nicht unumstritten war. Die Ursachen hierfür werden zunächst in einem sozialgeschichtlichen Überblick (Anarchismus, manipulierte konstitutionelle Monarchie, Latifundismus, Spaniens Sicherheitsdoktrin) genauso behandelt wie auch der Einfluß der Medien und der Zensur für die Verfestigung eines wenig schmeichelhaften Image. Im Anschluß geht die vorliegende Arbeit der Motivgeschichte dieser Institution nach und sucht nach ihren Kontinuitäten und Brüchen innerhalb des literaturgeschichtlichen Kontextes. Der Bogen der Schriftsteller spannt sich dabei von dem Anarchisten Urales, dessen propagandistische Arbeit entscheidend das Erscheinungsbild der Guardia Civil in der Presse zu Anfang des Jahrhunderts prägte, über Blasco Ibañez, Baroja und Aparicio bis hin zu García Lorcas berühmten «Romance de la Guardia Civil». Auch die Repräsentanten der in Deutschland bis auf die Frühwerke Senders weitgehend unbekannten Sozialliteratur der 30er Jahre (Arconada, Benavides, Arderius, Aparicio, Garcitoral) finden einen breiten Raum. Dabei zeigt sich innerhalb einer Grundtendenz ein durchaus differenziertes Bild einer Institution, die alle politischen und sozialen Umbrüche bis in die Gegenwart überlebt hat.
Aus dem Inhalt: Die Entstehung der Guardia Civil und ihrer Doktrin – Die Guardia Civil in der Restauration. Die mißglückte Integration in die Gesellschaft – Der Weg der Guardia Civil in die Literatur: erste Beispiele (Urales, Blasco Ibañez, Baroja, Aparicio) – Der Zusammenbruch des canovistischen Staatssystems 1917-1923 und die Folgen für das Sicherheitswesen und die Medien – Die Republik: Die verpasste Reform der Guardia Civil – Die Auseinandersetzung mit der Guardia Civil im Literaturbetrieb der 20er und 30er Jahre (Lorca, Arconada, Arderius, Benavides, Garcitoral) – Ramón J. Sender und die Gewaltfrage (Siete domingos rojos, Casas Viejas, El lugar de un hombre).