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Gehorsam und Gewissen

Die moralische Handlungskompetenz des Menschen aus Sicht des Milgram-Experimentes

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Hans B. Lüttke

Das Gehorsams-Experiment von Stanley Milgram ist die wohl bekannteste Untersuchung in der Sozialpsychologie. Im Ergebnis zeigt sie, dass eine Mehrheit der Menschen bereit ist, auch gegen innere Widerstände auf Befehl hin einem unschuldigen Opfer schwerste Elektroschocks zuzufügen. In der vorliegenden Arbeit werden alle Gehorsamsexperimente unter dem Milgram-Paradigma in ihren Ergebnissen dargestellt, die Bedienungsfelder aufgezeigt, die die moralische Handlungskompetenz des Menschen ausmachen, die empirisch nachweisbaren Gehorsamstypen entwickelt und quantitativ abgeschätzt und die herkömmlichen moraltheoretischen Erklärungssätze daraufhin untersucht, inwieweit sie das experimentelle Verhalten zu begreifen vermögen. Abschließend werden die Ergebnisse aus den Experimenten zur Gehorsamkeit auf die Täterpsychologie während des Nationalsozialismus (und dabei speziell des Holocaust) übertragen. Dabei wird gezeigt, dass sich die experimentell gefundenen Gehorsamstypen in der historischen Realität nachweisen lassen und in ihrem quantitativen Vorkommen mit den experimentellen Ergebnissen übereinstimmen.
Aus dem Inhalt: Entstehungsgeschichte und Durchführung des Gehorsamsexperimentes von Stanley Milgram – Ergebnisse der Originalversuche und aller Replikationen – Analyse der Gehorsamkeit des Menschen und der unterschiedlichen Gehorsamstypen – Rückschlüsse auf die Gewissensbildung – Anwendung auf die Täterpsychologie während des Nationalsozialismus.