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Der Komponist als «produzierender Leser»

Zum Verhältnis von Text- und Musikstruktur im klavierbegleiteten Sololied am Beispiel der Dichtung Friedrich von Matthissons in den Vertonungen von Franz Schubert

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Ira Schulze-Ardey

Grundsätzliche musiko-literarische Aussagen zum Wort-Ton-Verhältnis eines Komponisten sind nur auf der Basis einer gleichwertigen Analyse von Gedicht und Vertonung zu treffen. Aus diesem Grund widmet sich diese Studie am Beispiel der Matthisson-Vertonungen Schuberts einer interdisziplinären Analyseform, die alle Gestaltungsebenen des Gedichtes in ihrer Vernetzung untersucht und erst vor diesem Hintergrund den Blick auf die Vertonung richtet. Sie geht einen ersten Schritt in Richtung einer ganzheitlichen Erforschung des Liedes, die traditionsreiche Zerrbilder zum Wort-Ton-Verhältnis bedeutender Komponisten hinterfragen und modifizieren soll. Auf die Matthisson-Vertonungen Schuberts konnte eine Perspektive eröffnet werden, die die künstlerische Bedeutung dieser Werkgruppe in klarer Kontur hervortreten lässt und Schuberts Qualitäten als «produzierender Leser» unter Beweis stellt.
Aus dem Inhalt: Leben und Lyrik Friedrich von Matthissons – Franz Schubert als Leser – Schuberts Interpretationsstil der Matthissonschen Lyrik – Impulse für weiterführende musik- und literaturwissenschaftliche Forschungen.