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Die Krise der bürgerlichen Subjektivität im Roman der dreißiger und vierziger Jahre

Dargestellt am Beispiel von Hermann Hesses "Glasperlenspiel</I>

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Dirk Jürgens

Der Roman, die repräsentative Gattung des Bürgertums, wurde im 20. Jahrhundert in seiner traditionellen Form in Frage gestellt. Während Texte wie Musils Mann ohne Eigenschaften, Brochs Tod des Vergil oder Thomas Manns Doktor Faustus die Widersprüchlichkeit bürgerlicher Subjektivität im Zeitalter der Weltkriege, des Nationalsozialismus und der Shoah reflektieren, gehört Hesses Glasperlenspiel zu jenen Werken, die selbst Ausdruck der Krise sind. Der meist als utopischer Gegenentwurf zum totalitären Regime gedeutete Roman erhebt gegen den Machtanspruch der Faschisten einen Machtanspruch der Intellektuellen. Er ist damit Ausdruck jener Nähe von deutscher ‘Innerlichkeit’ und bürgerlichem Herrschaftsdenken, die bis in die postmoderne Gegenwart hinein wirksam ist.
Aus dem Inhalt: Roman und Geschichte – Die Aufhebung der Geschichte – Die fröhliche Wissenschaft – Deutsche Bildung – Faschismus mit menschlichem Antlitz – Die Gedichte und Novellen im Glasperlenspiel – Von der ‘inneren Emigration’ zur alternativen Bewegung.