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«Der Mensch ist doch kein Flussbett...»

Jurek Becker als Roman- und Drehbuchautor

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Christina Rühl

Der Mensch ist doch kein Flussbett, sagt Hans in Bronsteins Kinder und verdeutlicht Jurek Beckers Lebensmaxime: Schriftsteller müssen immer wieder neue Denkansätze wagen. Geboren 1937 als Sohn jüdischer Eltern im polnischen Lodz, prägt der Holocaust zunächst Leben und Werk des Autors. In seinen Romanen beschäftigt er sich auf eigenwillige Art und Weise mit der Shoah und ihrer Auswirkung im geteilten Nachkriegsdeutschland – Beckers jüdische Protagonisten lehnen es stets ab, Opfer des Faschismus zu sein. Statt sich in ihre zugewiesene Rolle zu fügen, begeben sie sich auf die Suche nach der eigenen Identität. Den Kampf gegen Diskriminierung und Vorurteile setzt der Autor in seinen Drehbüchern zur Fernsehserie Liebling Kreuzberg fort: Becker macht auch hier die Menschen zu handelnden Subjekten, die sich von lähmender, schicksalsergebener Passivität befreien.
Aus dem Inhalt: Jurek Becker als Roman- und Drehbuchautor: Interpretationen der Romane Jakob der Lügner und Bronsteins Kinder sowie deren Verfilmungen – Vergleich zwischen Drehbüchern und literarischer Vorlage – Geschichtlicher und biographischer Hintergrund: das Getto in Lodz – Darstellung der Romanfiguren – Die Osteuropäische Erzähltradition in den Romanen – Gestaltungsprinzipien in Jakob der Lügner und Bronsteins Kinder Jüdisches Selbstverständnis: kurzer Abriss über die jüdische Geschichte, jüdischer Selbsthass – Beckers jüdisches Selbstverständnis – Judentum und Antisemitismus in der DDR – Beckers Verhältnis zu Israel – Analyse von Liebling Kreuzberg-Drehbüchern – Vergleich: Liebling Kreuzberg-Drehbücher von Jurek Becker und Ulrich Plenzdorf.