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Kollektive Freiheitsvorstellungen im frühneuzeitlichen Europa (1400-1850)

Series:

Georg Schmidt, Martin van Gelderen and Christopher Snigula

Der Band bietet eine erste Übersicht der Forschungen zu den kollektiven Freiheitsvorstellungen im frühneuzeitlichen Europa . In 31 Beiträgen, die räumlich von Schweden bis Spanien, von Kroatien bis Schottland und thematisch vom Lutherschen Freiheitsbegriff bis zur Eigentumsfreiheit in der Geschlechterordnung des späten 18. Jahrhunderts reichen, werden nationale, regionale sowie strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten vorgestellt. Die alte Freiheit richtete sich gegen die Freiheiten (Privilegien), zielte aber nicht auf individuelle Menschen- oder Freiheitsrechte, sondern auf Machtkontrolle, Partizipation und die politische Selbständigkeit des Gemeinwesens. Diese Traditionen dürfen nicht vergessen werden, wenn Europa heute seine Freiheit zum Exportartikel erklärt.
Aus dem Inhalt: Martin van Gelderen/Georg Schmidt/Christopher Snigula: Einleitung: Kollektive Freiheitsvorstellungen im frühneuzeitlichen Europa – Helmut G. Walther: Der Diskurs der italienischen gelehrten Juristen um den kollektiven Freiheitsbegriff des römischen Rechts im späten Mittelalter – Martin van Gelderen: Der Weg der Freiheit. Aus dem Italien des 15. in die Niederlande des 16. Jahrhunderts – Klaus Dicke: Kollektive Freiheiten im frühneuzeitlichen Völkerrechtsdiskurs. Eine ideengeschichtliche Skizze – Meinolf Vielberg: Freiheit bei Tacitus und anderen römischen Autoren und deren Rezeption im Humanismus durch Ulrich von Hutten und Erasmus von Rotterdam – Klaus Manger: Lohensteins Feldherr Arminius - «Beschirmer der deutschen Freyheit» – Wolfgang G. Müller: Präventiver Tyrannenmord und Freiheitsideen in Shakespeares Julius Caesar – Detlef Altenburg: Visionen der Freiheit - Ein Tabu auf dem Musiktheater? Zu Anton Kleins und Ignaz Holzbauers Günther von Schwarzburg – Thomas Maissen: Der Freiheitshut. Ikonographische Annäherungen an das republikanische Freiheitsverständnis in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft – Jonas Nordin: Von «fremder Unterdrückung» zur «Freiheitszeit». Die Vorstellung von «frihet» im frühneuzeitlichen Schweden – Georg Schmidt: Die Idee «deutsche Freiheit». Eine Leitvorstellung der politischen Kultur des Alten Reiches – Hans-Jürgen Bömelburg: «Polnische Freiheit» - Zur Konstruktion und Reichweite eines frühneuzeitlichen Mobilisierungsbegriffs – Edward Opaliński: Die politische Rolle der Adelsfreiheit in Polen-Litauen im 16. und 17. Jahrhundert – Václav Bůžek/Zdeněk Vybíral: Freiheit in Böhmen und Mähren zwischen Hussitismus und Dreißigjährigem Krieg – Alexander Buczynski: Freiheitsvorstellungen an der kroatischen Militärgrenze – J. János Varga: Heiducken und Heiduckenstädte in Ungarn – Janko Prunk: Freiheitsvorstellungen im frühneuzeitlichen Slowenien – Sebastian Olden-Jørgensen: Freiheit im dänischen Frühabsolutismus – Peer Schmidt: Freiheit und Freiheitsvorstellungen im frühneuzeitlichen Spanien im Spannungsfeld von imperialer Monarchie, Kommune und Individuum – Volker Leppin: Freiheit als Zentralbegriff der frühen reformatorischen Bewegung. Ein Beitrag zur Frage «Luther und die Bauern» – Luise Schorn-Schütte: Beanspruchte Freiheit: die politica christiana – Martin van Gelderen: Rebels and Royalists: Gewissen, Kirche und Freiheit in England und Holland (1585-1645) – Arno Strohmeyer: Freiheit und Raum. Der Vaterlandsdiskurs des österreichischen Adels in den Konfessionskonflikten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts – Joachim Bahlcke: Kollektive Freiheitsvorstellungen aus den Erfahrungen konfessioneller Migration: Das Beispiel Böhmen – Joachim Whaley: Religiöse Toleranz als allgemeines Menschnrecht in der Frühen Neuzeit? Fania Oz-Salzberger: Freiheit und die «Gemeinschaft aller» in der schottischen Aufklärung – Geert Van den Bossche: Freiheit in den belgischen Staats- und Nationsbildungsprozessen des ausgehenden 18. Jahrhunderts – Andreas Klinger: Die «deutsche Freiheit» im Revolutionsjahrzehnt 1789-1799 – Siegrid Westphal: Freiheit, Eigentumskultur und Geschlechterordnung – Iain Hampsher-Monk: Die kultivierte Höflichkeit: eine Form kollektiver Freiheit im England des 18. Jahrhunderts – Hans-Werner Hahn: Die alte Freiheit und der Beginn der Moderne. Überlegungen zur Bedeutung der «deutschen Freiheit» in den politischen Formierungsprozessen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.