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Warum braucht die Deutsche Gebärdensprache kein Passiv?

Verfahren der Markierung semantischer Rollen in der DGS

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Martje Hansen

Die Arbeit untersucht, wie in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) das funktionale Äquivalent zum lautsprachlichen Passiv aussieht. Anders als im Deutschen oder Englischen gibt es in der DGS kein morphologisches Passiv. Die empirische Analyse legt jedoch nahe, daß der Blick in der DGS grammatikalisiert wurde und daß über ihn nicht nur kommunikative, sondern auch syntaktische Funktionen markiert werden. Das Blickverhalten strukturiert die Sätze, verdeutlicht das unterschiedliche Ausmaß an Transitivität und ergibt ein ergatives Muster, so daß wir für die DGS kein Subjekt, sondern einen Absolutiv annehmen müssen. Ein Absolutiv muß, anders als ein Subjekt, im Normalfall nicht aktivisch, sondern passivisch interpretiert werden. Wie dies im Einzelfall aussieht, wird in dieser Arbeit gezeigt.
Aus dem Inhalt: Oralität der DGS – Problem der Schriftsprachenfixiertheit der Linguistik – Zusammenhang von Informationsstruktur und Syntax – Perspektive in Sprachen – Transitivität zwischen Kognition, Pragmatik und Syntax – Kognitive und ikonische Aspekte des Blickverhaltens – Grammatikalisierung des Blicks.