Show Less
Restricted access

Das Klavier als Mittel gesellschaftspolitischer Distinktion

Kultursoziologische Fallstudie zur Entwicklung der Klavierbauindustrie in England und Deutschland an den Beispielen Broadwood und Bechstein

Series:

Hagen Lippe-Weißenfeld

Das Klavier als «Alleskönner» feierte in Europa ab dem späten 18. Jahrhundert einen fulminanten Aufstieg. Seine Wirkung auf das bürgerlich-politische Leben war tief greifend. Durch die vielseitige Einsetzbarkeit förderte das Klavier maßgeblich die Musikkultur in den politischen Herrschaftszentren London und Berlin. Im Sinne des erweiterten Bourdieuschen Kulturbegriffs orientiert sich die Untersuchung des Klaviers als Herrschaftsinstrument am ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital. Historisch anschaulich wird der Eintritt in die industrielle Gesellschaft und der Übergang der Musik aus dem intimen Bereich der agrarischen Gesellschaft in eine breite Öffentlichkeit an den Fallbeispielen Broadwood und Bechstein beschrieben und interpretiert. Hierbei werden die Rollen der beiden Unternehmensgründer detailliert beleuchtet, die als Promotoren eines wirkungsvollen Beziehungsdreiecks aus Produzenten, Künstlern und Konsumenten fungierten. Mit der Klaviermusik in den beiden untersuchten Ländern wurden bewusst Grenzen gezogen, um sozialen Gegensätzen eine kulturelle Legitimation zu geben.
Aus dem Inhalt: Die wirtschaftliche Bedeutung des Klaviers in England und Deutschland – Das Klavier als Kulturgut in London und Berlin – Unternehmertum im Instrumentenbau an den Beispielen von John Broadwood und Carl Bechstein.