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«Steinnudeln»

Ländliche Erinnerungen und staatliche Vergangenheitsbewältigung der «Großen Sprung»-Hungersnot in der chinesischen Provinz Henan

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Felix Wemheuer

Der Hungersnot während des «Großen Sprungs nach vorne» fielen in China zwischen 1958 und 1961 Millionen Menschen zum Opfer. Der Autor analysiert, wie der chinesische Staat, die Provinz Henan und Dorfbewohner diese Katastrophe heute aufgearbeitet haben. Die Überlebenden der Hungersnot kommen mit Hilfe von Oral History selbst zu Wort. Basierend auf Theorien zum kollektiven Gedächtnis werden die Erinnerungen von Dorfbewohnern mit der offiziellen Geschichtsschreibung der Kommunistischen Partei Chinas verglichen. Dabei zeigt sich, dass auf den Dörfern die Erinnerungen an Massensterben und Terror bis heute lebendig geblieben sind. Das Buch leistet einen Beitrag, die Funktionsweise von Erinnerungen und Vergangenheitsbewältigung unter dem Staatssozialismus zu verstehen und zieht einen Vergleich zur Aufarbeitung der ukrainischen Hungersnot der Stalin-Ära.
Aus dem Inhalt: Der Forschungsstand zum «Großen Sprung nach vorne» im Westen – Theorien zum kollektiven Gedächtnis und Herrschaft – Vergangenheitsbewältigung des «Großen Sprungs» in China – Von Chinas Modellprovinz zum Massengrab: Die «Große Sprung»-Hungersnot in Henan – Wer war verantwortlich? Die Aufarbeitung der Hungersnot in Henan – Die «Große Sprung»-Hungersnot auf Kreisebene – Interviews und Erinnerung: theoretische und methodische Reflexionen – Die Hierarchie des Hungers: Die Erinnerungen der Dorfbewohner in Xin’an und Yiyang – Massensterben und Flucht: Die Erinnerungen der Bauern und Kader aus Runan – Ausblick: Erinnerung an die großen Hungersnöte unter dem Staatssozialismus und die Zukunft Chinas.