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Transfer des Sakralen

Die Säkularisierung christlicher Denkformen, Motive und Gebräuche in Cervantes’ "Don Quijote</I>

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Walter Marx

Cervantes lebte als Katholik im gegenreformatorischen Spanien. Dies beeinflußte sowohl die Form als auch den Inhalt des Quijote, der in dieser Studie historisch interpretiert wird. Neben den motivischen Rückgriffen auf die Heilsgeschichte, die Don Quijote als anderen Christus erscheinen lassen, beschreibt die Arbeit verschiedene Aspekte des christlichen Denkens und Handelns, die Cervantes als Muster seines Schreibens dienten: Die beiden Romane von 1605 und 1615 sind jeweils in zwei Hälften gegliedert. Wie in der biblischen Typologie präfiguriert das Geschehen der ersten Hälfte das der zweiten Hälfte. Weiterhin bezieht sich die Abfolge der Episoden des Romans von 1605 intertextuell auf die in der Messe gelesenen Perikopen des Kirchenjahres von Advent bis Christi Himmelfahrt. Ein weiterer Aspekt ist der Wahnsinn Don Quijotes, der darin besteht, daß er das christliche Postulat der imitatio Christi ernst nimmt, sich aber die falschen Vorbilder aussucht.
Aus dem Inhalt: Die durch Motivwiederholungen produzierte symmetrische Struktur des Quijote von 1605 – Der Quijote und der typologische Moses-Christus-Freskenzyklus der Sixtinischen Kapelle – Die Säkularisierung der analogen theologischen Denkform der Typologie im Quijote – Die alttestamentarische Josephsgeschichte im Werk von Cervantes – Die typologische Struktur von vier Novelas ejemplares – Der Quijote (1605) und die Liturgie des Kirchenjahres – Der Quijote (1605) und die Vita Antonii des Heiligen Athanasius – Versuch über die Struktur des Quijote von 1615.