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Exemplaris Imago

Ideale in Mittelalter und Früher Neuzeit

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Nikolaus Staubach

Imago exemplaris, «sichtbares Abbild eines transzendenten Urbilds», ist eines der mittelalterlichen Äquivalente für den neuzeitlichen Begriff des ‘Ideals’. Als Maßstab und Postulat der Vervollkommnung im moralischen oder ästhetischen Sinne kann sich das Ideal sowohl in realen und fiktiven Personen – Jesus, die Heiligen, Helena, Artus – verkörpern, wie auch als Rollenkonstrukt und Anforderungsprofil von Amt und Stand – König, Bischof, Mönch, Künstler – darstellen. In der Verklärung bestimmter Lebensformen und -räume – Goldenes Zeitalter, Arkadien und die Welt der Hirten – berührt sich das Ideal mit der Utopie. Die 18 Beiträge dieses Bandes beleuchten die Phänomenologie und Funktionalität von Idealen in Mittelalter und Früher Neuzeit aus historischer, literatur- und kunstwissenschaftlicher sowie philosophischer Perspektive.
Inhalt: Nikolaus Staubach: Einführung – Philipp Stenzig: Pulchra differentia gentium - Kirche, Königtum und nationale Identität in Spanien vor und nach der arabischen Eroberung – Steffen Patzold: Consensus - Concordia - Unitas. Überlegungen zu einem politisch-religiösen Ideal der Karolingerzeit – Helmut G. Walther: Experiencia magistra docet: Muslime und Kreuzzüge als Probleme einer Neugestaltung der Welt seit dem 13. Jahrhundert – Bertram Lesser: Ideal und Individualität. Mittelalterliche Ordensbiographik zwischen Norm und Exempel – C. Stephen Jaeger: Bernhard von Clairvaux: Charisma und Exemplarität – Christel Meier: Der ideale Mensch in Alans von Lille ‘Anticlaudianus’ und seine Verwandlungen (Tafel I-III) – Michael Seggewiß: Tristan und Alans homo novus – Annette Gerok-Reiter: Noch einmal: Wie ideal ist König Artus? – Lydia Wegener: nach dem aller lieblichsten exempel Christi - Die Problematik der Christusnachfolge in mystischen Texten des 14. Jahrhunderts – Barbara Fleith: das ein mensche gůtes bildes war neme vnd dik der heiligen leben vúr sich neme - Zur Gestaltung von Vorbildern im sogenannten ‘Solothurner Legendar’ – Nikolaus Staubach: Christiana perfectio und evangelica libertas. Die Krise des christlichen Lebensideals zwischen Devotio moderna und Reformation – Rainald Becker: Humanistische Bischofsideale – Bettina Braun: Das tridentinische Bischofsideal in der Reichskirche: Schimäre oder wirksames Leitbild? Einige Bemerkungen zu seiner Rezeption – Hartmut Beyer: Bukolische Dichtung, adliges Landleben und geistliches Hirtenideal im Umfeld der tridentinischen Reform: Antonio Sulfrinis dramatische Ekloge (Bologna 1571). Mit einer Edition des Textes im Anhang – Bernd Roling: Kanaan, Arkadien und England: Die ‘Carmina sacrosancta’ des Ogerius Bellehachius aus dem Jahre 1583 – Anja Grebe: Die Wahrheit des ‘Neuen Apelles’. Albrecht Dürers Bildprogramm des Nürnberger Rathauses als gemalte Kunsttheorie und politisches Mahnbild (Tafel IV-XIII) – Pablo Schneider: Der Souverän erkennt die Grenze. Ludwig XIV. und das Ideal der Selbstbeschränkung (Tafel XIV-XX) – Ludwig Siep: Tugenden, Werte und moralische Objektivität.