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Eine Erscheinung aus den Wäldern?

Jean Sibelius’ zweite und vierte Symphonie – Horizonte der Gattungstradition

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Kathrin Kirsch

Zwei biographische Daten haben das Bild von Jean Sibelius wesentlich geprägt: Seine regionale Herkunft aus der nordischen Peripherie Europas und der Eintritt seines öffentlichen Wirkens in das kompositorische Geschehen der Krise der Musik um 1900. Im Zentrum der Untersuchung stehen jene zwei Symphonien, die als Paradigmen der verschiedenen Bilder von Sibelius in Deutschland gelten können: Die zweite Symphonie op. 43 ist wohl bis heute die meistgespielte des Komponisten in Deutschland und wird für die Bedeutung von Sibelius als Gründer einer ‘finnischen Musik’ in Anspruch genommen. Die vierte Symphonie op. 63 war in Deutschland zunächst weniger populär, weil sie nicht in dieses bereits vorgeprägte Bild von Sibelius passte. Sie wurde jedoch bereits früh auch als zeitgemäßer Beitrag zu einer Lösung der Krise der musikalischen Moderne beschrieben und gilt bis in heutige musikwissenschaftliche Betrachtungen als eines der ‘modernsten’ Werke von Sibelius. Diese Studie verfolgt die Frage, inwiefern beide so verschiedenen Werke auf gemeinsamen Prinzipien beruhen und jeweils als Beiträge zur zeitgenössischen Symphonik lesbar sind.
Aus dem Inhalt: Nationalität und Modernität: Blicke auf Sibelius – Symphonie und Nation – ‘Nordischer Ton’ und Alternativen zum Themenbegriff im symphonischen Kontext – Die zweite Symphonie – Die vierte Symphonie – Exkurs: Modernität als Kategorie der Sibelius-Rezeption.