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Makarie und Mercurius

Goethes «Wilhelm Meisters Wanderjahre» als hermetischer Roman

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Diethelm Brüggemann

Die einzige je von Goethe einem seiner literarischen Werke beigegebene Abbildung ist die eines Schlüssels in Wilhelm Meisters Wanderjahre. In der vorliegenden Studie wird dieser Schlüssel 'entschlüsselt', d.h. auf sein Vorbild aus der alchemistischen Tradition zurückgeführt, die, wie nachgewiesen wird, für den gesamten Roman grundlegend ist. Weitere Erkenntnisse ergeben sich daraus: die Herkunft des Namens 'Makarie' aus der Tradition der Staatsutopien, die Quellen für Wilhelms Makarienvision, für Makariens Planetenreise, für das von Felix gefundene Kästchen. In drei Kapiteln wird die alchemistische Funktion zentraler Romanfiguren wie Sankt Joseph des Zweiten, Fitz und des Alten aufgezeigt. Die hier vorgelegten Funde und Analysen ermöglichen erstmalig die fundierte Deutung eines Romans, auf den bisher Wilhelm Emrichs Wort von einem der «rätselhaftesten Werke der Weltliteratur» zutraf. Die Wanderjahre sind nichts geringeres als Goethes scharfsichtiger Blick auf die 'nachmythische' Moderne als einen den Menschen und die Natur in «Gold» - in Geldeswert - verwandelnden, zerstörerischen alchemistischen Prozeß.
Aus dem Inhalt: Die Monas Hieroglyphica des John Dee - Makarie als Mercurius und Sapientia - Thomas Morus, Samuel Hartlib und das utopische Land Macaria - Johann Valentin Andreae und Johan Amos Comenius: Die Tradition von Goethes «Kästchen» - 'Blasphemische' Umkehrung biblischer Motive in den Josephs-Kapiteln - Nachwort über Goethe und die Alchemie.