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Das Gedicht im Spiegel seiner selbst

Autoreflexivität in der italienischen Lyrik von der ästhetizistischen Décadence bis zur futuristischen Avantgarde

Christoph Schamm

Der Begriff Autoreflexivität wird in der Literaturwissenschaft häufig verwendet, aber selten definiert. Zudem wurde ausgerechnet die spezifische Selbstbezüglichkeit der Lyrik – der autoreferenziellen Gattung par excellence – bisher am wenigsten untersucht. Schamms Buch geht diese Lücke an: es zeigt die erstaunlich vielfältigen Methoden, derer Gedichte sich bedienen, wenn sie über sich selbst sprechen. Nicht selten wird die Selbstbezüglichkeit als wesentliches Merkmal der modernen Lyrik bezeichnet. Seit dem Fin de Siècle nämlich wandeln sich Gedichte in autonome Sprachgebilde. Oft suchen sie keine Referenz außerhalb ihrer selbst. Die italienische Lyrik, bis ins frühe 20. Jahrhundert fest in überkommenen Traditionen verankert, erlebt nach 1900 eine Flut von Innovationen. Nicht selten wird die Suche nach der eigenen Poetik zum eigentlichen Thema der Texte. Dabei sind die Gedichte d'Annunzios, Gozzanos, Palazzeschis oder Marinettis äußerst verschieden. Doch es verbindet sie ihre Neigung zur Selbstreflexion. Die vorliegende Studie möchte zeigen, wie sie durch ihre jeweilige Form der Autoreflexivität an der gemeinsamen Modernität teilhaben.