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Mythos fremde Metropole

Paris und New York in der lateinamerikanischen Erzählliteratur

Laila Nissen

Der Mythos der fremden Stadt ist als Hauptmotiv ausschlaggebend für die Erzählstruktur und Bedeutungsebene in vielen lateinamerikanischen Romanen, die sich mit dem kulturell Eigenen im Spiegel des kulturell Fremden beschäftigen. Dabei können Paris und New York als paradigmatische Pole innerhalb des Spannungsfeldes der Literatur von der fremden Stadt betrachtet werden. In dieser Studie werden die Charakteristika der lateinamerikanischen Paris- und New York-Darstellungen herausgearbeitet sowie ihre Unterschiede analysiert und kontrastiert. Dabei wird der Mythos-Begriff als zentrales Untersuchungsinstrument konkretisiert und funktionalisiert, um zu zeigen, dass Literatur als kulturelles Speichermedium an der Identitätskonstitution von Städten beteiligt ist. Die in der Studie exemplarisch untersuchten Erzähltexte decken eine Zeitspanne vom Beginn des 20. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts ab. Auf der Grundlage des Stadtmythos-Begriffs werden anhand ihrer Analyse Aussagen über die lateinamerikanische Stadtliteratur abgeleitet, die sowohl für die literaturwissenschaftliche Motivforschung und die interkulturelle Identitätsforschung als auch für die kulturwissenschaftliche Dimension der Urban Studies urbar gemacht werden können.