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Kollektive Gewalt

Series:

Sara Zwahlen and Wolfgang Lienemann

Gewalt ist alltäglich. Und es gibt in allen Gesellschaften spezifische Gewalterfahrungen, Traditionen des Umganges mit individueller und kollektiver Gewalt sowie besondere, institutionalisierte Gewaltverhältnisse. Ebenso gibt es gesellschaftsspezifische Formen des (vorbeugenden) Schutzes gegen Gewalt und der Ahndung zugefügter Gewalt. Wenn Menschen das Wissen und die Fähigkeit haben, Gewalt abzuwehren und dies vorsätzlich oder fahrlässig nicht tun, wird ihnen das als Schuld zugerechnet. Das Wissen und die Macht, Gewalt zu begegnen, sind auf der Erde jedoch extrem ungleich verteilt. Viele Menschen sind den verschiedensten Formen von Gewalt hilflos ausgesetzt. Zum Komplizen der Gewalt wird, wer davor die Augen verschliesst.
Die Beiträge dieses Buches wollen für die vielfältigen Arten überwindbarer Gewalt sensibilisieren. Sie konzentrieren sich auf Phänomene kollektiver Gewalt. Sie nehmen bewusst sehr unterschiedliche Erfahrungszusammenhänge, Problemfelder und Kontexte in den Blick, um einerseits die ungeheure Vielfalt, andererseits die bedrängende Nähe und Gegenwart heutiger Formen von Gewalt erkennen zu lassen. Die Themen des Bandes waren Gegenstand einer öffentlichen Vortragsreihe des Collegium generale der Universität Bern im Wintersemester 2003/04.
Aus dem Inhalt: Wolfgang Lienemann/Sara Zwahlen: Vorwort – Andreas Kley: Staatliches Gewaltmonopol - Ideengeschichtliche Herkunft und Zukunft – Herfried Münkler: Die neuen Kriege – Robert Kolb : Considérations générales sur la violence et le droit international – Wolfgang Lienemann: Gibt es gerechte Kriege? – Laurent Goetschel: Intervention und Mediation in Konflikten: Von der «Genfer Initiative» zur Bearbeitung von Umweltkonflikten – Erika Laubacher-Kubat: Prävention und Bearbeitung ethnopolitischer Konflikte – Wolf Linder: Zur Zähmung der politischen Gewalt in Entwicklungsstaaten – Georg Elwert: Gewaltmärkte, Warlords und die Modernisierung eines unternehmerischen Terrors – Claudio Besozzi: Uomini d’onore. Mafiose Gewalt zwischen Mythos und Wirklichkeit – Annuska Derks: Frauenhandel, zwischen Drama und Dramatisierung – Stephan Guth: Ewiger Krieg im Nahen Osten?